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Nicht jede Comic-Umsetzung benötigt einen auf Bombast getrimmten Blockbuster-Hochglanz, - oftmals sind es die kleinen, beinahe unscheinbar erscheinenden Independent-Produktionen, die ihr Herz am rechten Fleck tragen und genau das transportieren, was die Vorlage im Kern vermitteln möchte.
So zumindest kommt das Langfilmdebüt von Regisseur Brendan Jackson Rogers über weite Teile rüber, welches mit einigen aberwitzigen Einfällen punktet.

Broken Taint in Cracky County, Florida: Loser Bubba arbeitet als Hundepfleger in der Nachtschicht und trauert seiner Jugendliebe Bobbie Jo nach, welche mittlerweile anderweitig vergeben ist. Als ein ominöser Gast seine Stammkneipe betritt, schließt Bubba einen sprichwörtlichen Pakt mit dem Teufel, indem er seine Seele verkauft und kurz darauf zum heldenhaften Werwolf mutiert. Doch nicht alle Einwohner sind über ihre Geschäfte mit dem Teufel glücklich und so muss Bubba dem Belzebub die haarige Stirn bieten…

Comic-Autor Mitch Hyman konnte sich für die Verfilmung seine Paraderolle als Teufel sichern und geht voll in der Rolle auf, wobei Overacting in dieser Produktion definitiv zum guten Ton gehört. Was Bubba indes sympathisch macht, sind seine verletzlichen Seiten, die er als Werwolfheld beibehält, denn auch als Behaarter tritt er in manches Fettnäpfchen und erscheint zuweilen wie der Elefant im Porzellanladen.

Ohnehin sind die Figuren in dem überschaubaren Gefüge recht markant ausgefallen, denn da gibt es noch den Vietnamveteranen, der stets davon berichten möchte, wie er einen Hoden verlor, dazu eine blinde Wahrsagerin, der auch mal literweise die Säfte aus dem Mund schießen und natürlich das Love Interest, welches im Verlauf allerdings eher im Hintergrund agiert.

Die Erzählung gibt von Beginn an ein recht flottes Tempo vor und punktet zunächst mit einigen Seitenhieben auf Rednecks, Kleinstadtidioten und Achselhemd-Poser, bis sich Elemente aus „Wishmaster“ hinzugesellen und Wünsche so richtig nach hinten losgehen.
So landet eine gewünschte dritte Hand direkt vor der Stirn, aus Batman wir „Bat Man“ (mit entsprechendem Baseballschläger an ungünstiger Stelle) und wer sich dicke Eier wünscht…

Einige plumpe Gags unterhalb der Gürtellinie bleiben zwar nicht aus, doch Auftritte wie von den Collage-Zombies oder satirische Einlagen mit Werbeshowcharakter treffen häufig ins Schwarze. Zudem regt der Titelsong zum Schmunzeln an und auch das Timing stimmt überwiegend. Leider bleibt der Wortwitz bei der Übersetzung ins Deutsche zuweilen stecken, zumal die Synchro nicht immer den richtigen Ton trifft.

Zwischen geballtem Trash, infantilen Albernheiten und pointierter Situationskomik ist diese Horrorkomödie letztlich anzusiedeln, die innerhalb der angenehm knackigen 77 Minuten keinen Durchhänger aufweist. Die kurzen Splattereinlagen kommen größtenteils arg übertrieben daher und rechtfertigen somit eine FSK16, die wenigen CGI fallen entsprechend billig aus. Trotz der simplen Inszenierung eine überwiegend charmante Angelegenheit, bei der Fans von Old School ebenso auf ihre Kosten kommen wie Leute, die gerne auf lustige Details im Hintergrund achten.
6,5 von 10

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