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Neue Killer mit Kult-Potential zu erschaffen, scheint gar keine leichte Aufgabe zu sein, denn viele Regisseure scheitern bei ihrem Slasher an einem Bösewicht, der zu austauschbar oder schlimmstenfalls kaum furchteinflößend daherkommt. Der Titelgebende schaut zwar nicht sonderlich markant aus, doch seine derben Tötungsmethoden fallen teils recht kreativ aus.

Neesa wollte sich aus Frust und Liebeskummer die Pulsadern aufschneiden, sie konnte allerdings im letzten Moment gerettet werden. Um sie nach ihrer Genesung ein wenig auf andere Gedanken zu bringen, nehmen sie ein paar Schulfreunde mit in eine leer stehende Textilfabrik, wo die Gruppe auf eine Kiste der Nazis stößt, in der sich ein paar Knochen und die Anleitung zu einem schwarzmagischen Ritual befinden. Gelesen, getan und prompt erscheint kurz darauf ein Dämon, der den jungen Menschen nach dem Leben trachtet…

Autor und Regisseur Mitch Wilson stand für sein Debüt nicht allzu viel Knete zur Verfügung, was der Produktion nur selten anzumerken ist, zumal die verwaiste Fabrik eine treffend düstere Lokalität bietet, welche einigermaßen effektiv genutzt wird. Nach zwei Flashbacks (1944 umgeben sich die Nazis mit schwarzer Magie und einer Nackten, die zu dieser Zeit bereits Silikontitten trug, 1976 werden in jener Textilfabrik Teile der Nazireliquien gefunden und ausprobiert) geht es in die Jetztzeit, wobei die Figuren nicht sonderlich sympathisch erscheinen. Die Tussen kommen komplett unnatürlich rüber, die Kerle erweisen sich als spastische Honks mit dummen Sprüchen. Die Dialoge sind, zumindest bis der Killer zur Tat schreitet, teils unter aller Sau, verstärkt durch eine übel betonende Synchro.

Glücklicherweise lässt der Schlächter nicht allzu lange warten und ab da geht es zwar weitgehend überraschungsfrei, doch halbwegs blutig zur Sache. Obgleich der Bösewicht ein Dämon sein soll, kommt dieser eher wie ein typischer Killer unter einer Kostümierung rüber, mit weiten Klamotten, Skelettschädel und sehr tiefer Stimme. In Sachen Gewalt ergibt sich indes ein kleines Fest für Gorehunde, zumal nahezu sämtliche Einlagen handgemacht sind. Da werden Schädel und ganze Körper gespalten, Finger zerhackt, diverse Gliedmaßen gebrochen, eine Motorsäge landet im Hintern und ein Stock durchbohrt jemanden ebenfalls vom Anus bis hinaus durch den Mund. Eher belustigend kommt ein Flammenwerfer im Bereich der Augenpartie zur Geltung, da das Gesicht aufgrund der Hitze mal eben schmilzt.

Ansonsten wird mehrfach mit Knochen gewürfelt, zur Erhöhung des Bodycounts betreten kurz nach der eigentlichen Gruppe vier weitere Opfer das Gelände, ein Überlebender weiß etwas über die Verbannung des Dämons und am Ende kommt es zu einem minimalen, wenn auch recht konstruierten Twist.

Übermäßig spannend oder gar nervenaufreibend gestaltet sich die Angelegenheit nicht und bei den Mimen sind zahlreiche Abstriche zu machen, doch wer Slasher gerne old school und blutig mag, könnte einen vorsichtigen Blick riskieren, sollte jedoch keine Offenbarung erwarten.
5,5 von 10

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