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Die hübsche Neesa (Julin Jean) wurde gerade von ihrem Freund abserviert und unternimmt deswegen einen halbherzigen Selbstmordversuch - als sie im Krankenhaus erwacht, träumt sie von einem Spaziergang in dessen Keller, wo sie auf eine Schatulle mit Knochenresten stößt, mit deren Hilfe man einen Dämon - den titelgebenden Knucklebones - herbeirufen kann. Kurz danach lädt sie ihre beste Freundin Samantha (Katie Bosacki) zusammen mit zwei jungen Burschen und einem weiteren Mädel auf einen Trip in eine stillgelegte Textilfabrik ein, wo die Fünf ein bißchen Party machen will. Dummerweise wirkte genau dort ebenjener Knucklebones, der sich dank des Würfelrituals auch nicht lange bitten läßt und die Partygäste blutig dezimiert - genauso wie ein zufällig auftauchendes Quartett junger Drogenfreaks. Verzweifelt versucht Neesa dem mörderischen Dämon zu entkommen, als ihr ein in der Fabrik hausender Obdachloser gerade noch von einem Gegenzauber erzählen kann, mit dessen Hilfe der Knucklebones wieder zurück in die Hölle verbannt werden kann...

Besonders einfallsreich ist das Erstlingswerk von Regisseur Mitch Wilson nicht ausgefallen, die kurze Einleitung mit Neesas Mutter und kleiner Schwester sind genauso wie die angedeuteten Nazi-Experimente nur bedeutungsloser Füllstoff, um nach kurzer Filmlaufzeit das Hauptwerk zu präsentieren: Ein paar wenig intelligente Teenager in einer verlassenen Gegend, die von einem Monster der Reihe nach niedergemetzelt werden. Dieses sattsam bekannte Schema nimmt den Hauptteil des Films ein, am Ende gibts noch einen kleinen erahnbaren Plot-Twist und das wars auch schon. Kennt man alles, ist nichts Neues, und da die Spannung somit ohnehin fast am Nullpunkt dahinschleicht, sind bestenfalls die Splatter- und sonstigen Effekte einer Erwähnung wert: Die sind teils handgemacht, teils getrickst und verraten zumindest eine gewisse Liebe zum Detail. Trotz (oder gerade wegen) der weitgehendst gelungenen Darstellung der blutigen Effekte ist deren Selbstzweckhaftigkeit umso offensichtlicher - an weiterer Handlung hat der Film nämlich nichts zu bieten. Der Knucklebones selbst sieht aus wie eine ägyptische Mumie, der die Fetzen vom Leib hängen und der mit tiefer Stimme zu seinen potentiellen Opfern spricht - durchaus zynisch und veralbernd, wodurch man das Ganze ohnehin nicht sonderlich ernst nehmen kann. Während der Dämon durch Würfeln mit erwähnten (Finger-)Knochenstücken in einem Pentagramm herbeigeholt (und somit beeinflußt) werden kann, ist er gleichzeitig kugel-, hieb- und stichfest und kann sich mit beliebiger Geschwindigkeit bewegen - wobei es ihm großen Spaß macht, auch ganz langsam von hinten (sic!) zu agieren, beispielsweise wenn er ein bumsendes Junkie-Pärchen tranchiert...

Was die Darsteller betrifft, bewegen sich diese zwischen belanglos bis unsympathisch, wenigstens sind die mitspielenden Mädels allesamt nett anzusehen (besonders der Bilderbuch-Silikon-Bimbo Samantha, der geradezu geschaffen scheint für derartige Filmchen und entsprechend lang am Leben bleiben darf) - die Dialoge sind allerdings ziemlich hölzern bis bescheuert ("Würfelknochen, Würfelknochen, Blut fließt rot, Würfelknochen, Würfelknochen, bring den Tod") und über die Logik darf man sowieso nicht weiter nachdenken: Beide Besuchergruppen sägen ohne speziellen Anlass recht zielstrebig in den Wänden der alten Fabrik herum (was suchen sie dort?) oder als zwischenzeitlich die zum Würfeln benötigten Fingerknochen vom Knucklebones vernichtet wurden, beschließt Neesa sich zwecks Ersatzbeschaffung ihre eigene (ganze) Hand abzuschneiden - als ob es die Finger allein nicht schon getan hätten, ggf. auch jene der bereits dahingeschiedenen Freunde...

Für Gorefreaks und andere Genrefreunde leidlich interessant, mit ein bißchen mehr Rahmenhandlung (und damit Spannung) und/oder einem stärkeren Ausbau des nur in Ansätzen vorhandenen Elements "Veralberung/Verarschung" wäre eine höhere Wertung möglich. 5,51 Punkte.

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