Review
von Leimbacher-Mario
KnochenBrechreiz
„Knucklebones“ beginnt mit wilden, übernatürlichen Experimenten im zu Ende gehenden Nazi-Deutschland, guckt dann flugs noch unnötigerweise in den 70ern vorbei - nur um dann eilig in einer rotzigen Lagerhalle zu landen, wo einige notgeile Teenager dem mordenden, titelgebenden Dämonen spektakulär blutig zum Opfer fallen... Wow. Da ist man als gepflegter Filmfan schon etwas sprachlos, wenn man das sieht. Und leider nicht aus Begeisterung... Was hat „Laid To Rest“ da vor einem Jahrzehnt bitte losgetreten?! „Knucklebones“ ist ein Amateuer-Splatter-Slasher aus Amiland, der sich absolut verstecken sollte. Wenn ich bedenke, dass manche für sowas im Mediabook über dreißig Ocken auf den Tisch legen, dann stellt sich bei mir Spontanmigräne ein.
„Knucklebones“ bietet einige handgemachte und äußerst saftige Kills. Teilungen, Pfählungen, Ausweidungen. Viel ist dabei. Auch ein paar große Möpse - und ich rede nicht von gut gefütterten Vertretern der traurig überzüchteten Hunderasse. Außerdem hat Knucklebones selbst als Skelettkopf zwischen dem „Melting Man“ und „Chromeskull“ zumindest etwas billigen Charme. Aber das sind eigentlich schon viel zu viele positive Worte, gar Sätze. Niemand soll meinen, ich mag diesen Murks oder würde ein Sequel verlangen. Dagegen wirken der erste „Laid To Rest“ oder gar „Terrifier“ wie absolute Slasher-Meisterwerke. Normalerweise ist während der Film läuft aufs Handy schauen ein No-Go für mich - aber „Knucklebones“ kann man eigentlich nur nebenbei laufen lassen. Alles andere tut weh. Die Darsteller sind in vielen Pornos besser, der Schnitt ist negativ zackig, die drangepappten Hintergründe sind peinlich, der Look ist glatt und unatmosphärisch, die Sprüche des Killers sind nie witzig oder passend, einen erwähnenswerten Score gibt es nicht und alles sieht und wirkt eben genau so, wie man es aus einer Lagerhalle, für sehr wenig Geld, realisiert mit einer paar Freunden und Amateuren, erwartet. Oder eigentlich sogar noch darunter.
Fazit: ein bisschen Splatter, ein paar pralle Silikonkissen und ein oldschooliger Killer - aber das reicht nicht. Nicht so. Nicht im geringsten. Was'n C-Slasher-Rotz... Puh. Pfui. Lahm. Für jede Grabbelkiste eigentlich noch eine Schande. „Knucklebones“ ist erschreckend schlecht und dilettantisch. In jeder Beziehung ganz nahe Bodensatz. Meine Kritik liest sich, als ob mir die Macher zwei Monate lang jeden Morgen in den Kaffee gekackt hätten - haben sie nicht. Ganz ehrlich. Hätten sie aber gedurft - wenn mir dadurch „Knucklebones“ erspart geblieben wäre... Gorige Gnadenpunkte.