Nachtclub und Zombies? Da taucht natürlich sogleich „From Dusk till Dawn“ auf, eventuell gefolgt von „Stripper Zombieland“ und „Strippers vs. Zombies“. Gewalt, nackte Haut und Mutationen eignen sich seit jeher als partytauglich, allerdings hätte sich Regisseur Sevé Schelenz um etwas weniger Ernsthaftigkeit bemühen können.
Blue Jean war einst Cop und spielte Baseball, nun leitet sie einen Stripclub, der letztmalig seine Türen geöffnet hat. In dieser Nacht gesellen sich vier Kohlearbeiter ins Etablissement, von denen einer am Bein verletzt ist. Kurz darauf verwandeln sich er und seine Kollegen in Öl triefende Killermaschinen…
Während des etwas zu ausladenden Vorspiels nutzt Schelenz die Zeit, die bunte Figurenschar einzuführen, während munter und zuweilen auch etwas skurril blank gezogen wird. Neben der toughen und sympathischen Blue Jean gibt es den tölpelhaften Wirt, eine Art Bodyguard und Aufpasser, einen hysterischen Koch, einen schlitzohrigen Teenager, ein paar Gäste, zwei Cops und selbstverständlich einige Stripperinnen.
Als es nach einer knappen halben Stunde zum Ausbruch kommt, geht es teils wuchtig, teils glitschig zur Sache, denn die Infizierten entpuppen sich nicht als Fleischfresser, sondern als boshafte Killer, die mit einfachen Kanonenkugeln nicht klein zu kriegen sind. Es gibt Enthauptungen, Durchbohrungen, Ausweidungen und die gute alte Kettensäge kommt auch kurz zum Einsatz. Das Make-up unterscheidet sich durchaus von der üblichen Zombiemaskerade, da den Infizierten aus einigen Körperöffnungen Öl tropft, manche ohne Augen umherirren und wieder andere vollends in Öl getränkt sind, während im Verlauf so mancher Kopf in „Säure“ aufgelöst wird.
Ab Mitte sorgt das Geschehen für Abwechslung und Tempo, nur die Lokalität wird nicht optimal genutzt. Denn einerseits ist die Ausleuchtung über weite Teile zu schwach, anderweitig ist die Ausstattung ein wenig minimalistisch ausgefallen. Hier hätte man ein paar Nebenräume mehr einstreuen oder den Hauptsaal etwas uriger gestalten können.
Dennoch sorgen einige Konfrontationen für Kurzweil, es spritzen Blut und Öl in vollen Zügen, nackte Haut gibt es obendrauf und für kleinere Überraschungen wird bei der Reihenfolge diverser Ableben, nebst boshafter letzter Einstellung gesorgt. Nach dem eigentlichen Finale gibt es noch eine humorvolle Anekdote und die obligatorische allerletzte Einstellung nach den Credits.
Wem die Melange aus verruchter Atmosphäre, nackten Tatsachen und etwas Gekröse zusagt, erlebt zwar keinen Knaller, da an auflockernden Einlagen und Situationskomik gespart wird, doch es gibt passabel inszenierte Gewalteinlagen, brauchbare Mimen und ein taugliches Tempo mit etwas Action. Ein komplett anspruchsloses, jedoch nie langweiliges Ding für zwischendurch.
6 von 10