Ein stylischer Stripclub irgendwo in den Staaten: Die früher selbst aktive Chefin Blue Jean (Wren Walker) hat den Club verkauft und will am letzten Abend nochmal eine schöne Abschiedsvorstellung erleben. Dasselbe haben auch vier mexikanische Bergarbeiter aus einer benachbarten Mine vor, die dort auf eine ölartige Substanz gestossen sind und dies ebenfalls gebührend feiern wollen. Leider hat dieses Öl den Nebeneffekt, daß es die Menschen in blutrünstige Zombies verwandelt und hochgradig ansteckend ist. Einer nach dem anderen verschwindet aufs Klo, wo nach ausgiebigem Kotzen die "Verwandlung" einsetzt - und so fallen von der Crew, den Tänzerinnen und Gästen einer nach dem anderen den Zombies zum Opfer. Es dauert einige Zeit bis die Überlebenden entdecken, daß man die Zombies mit einer ungewöhnlichen Methode doch aufhalten kann...
Der kanadische Horrorschinken Peelers ist eine zweischneidige Angelegenheit: Einerseits legte Regisseur Sevé Schelenz großen Wert auf Blutfontänen, die auch reichlich in der Gegend herumspritzen, andererseits müssen dergleichen Handlungen in irgendeine Geschichte eingebettet sein - und daran krankt es von Anfang an. Das Kopieren des From-dusk-til-dawn-Grundgerüsts vor allem in der zweiten Hälfte des Films ist bei der ansonsten komplett hohlen Story mit seinen leider völlig uninspiriert auftretenden Darstellern schlicht zuwenig, um einen ganzen Film auszufüllen.
Nachdem die Geschichte mit einigen Soap-Elementen wie den Befindlichkeiten der Tänzerinnen oder dem Mutter-Sohn-Verhältnis ohnehin sehr zäh beginnt, dauert es geraume Zeit, bis der erste Mexikaner das Klo vollkotzt und zum Zombie wird. Immerhin besitzt er in diesem Zustand noch Grips genug, zuerst im Séparée zuzuschlagen, wo der erste Gast seinen Kopf verliert. In der Folge wechselt die Handlung dann zwischen weiteren Metzelszenen und dem uninteressanten Geplapper der Tänzerinnen, von denen eine - der künstlichen Dramaturgie geschuldet - auch noch hochschwanger ist. Zu den sich häufenden Logiklöchern (von dem Gemetzel bekommt offenbar niemand etwas mit, eine Massenpanik im Show-room bleibt erstaunlicherweise aus) gesellen sich dann leider auch noch diverse Schnittfehler bei den immerhin ausführlicher gezeigten Splatter-szenen. Warum die Zombies jedoch stets von hinten zustechen und von ihren Opfern nie bemerkt werden, obwohl sie sich z.B. in der hellerleuchteten Küche aufhalten, bleibt das Geheimnis der Regie, die hier wohl mehr auf blutige Effekte denn auf nachvollziehbare Situations-Logik setzt.
Leider sind auch die bisweilen als vermeintliche Gags eingestreuten Besonderheiten nicht sonderlich lustig: Die Tänzerinnen, von denen kaum eine auch nur Durchschnittsformat erreicht (die Eine machts zum ersten Mal, ihr eifersüchtiger Freund holt sie daraufhin von der Bühne - wtf?) pinkeln ins Publikum (das daraufhin applaudiert) oder lassen ihre Darmwinde im Takt heraus. Blue Jean mag ihre Namensabkürzung BJ nicht hören - weil das zufällig auch die Abkürzung für Blowjob bedeutet - *gähn*. Überhaupt ist der am Cover angepriesene Sleaze-Faktor erheblich niedriger als man dies vermuten könnte - zumal Silikonbrüste und Tätowierungen nicht jedermanns Geschmack sind.
So plätschert Peelers spannungsarm mit langweiligen bis unsympathischen Akteuren vor sich hin, und lediglich die unvermittelt auftauchenden, weitgehend in Handarbeit hergestellten Zombie-Attacken sind noch sehenswert. Der letzte Anschlußfehler im eigentlichen Film ist ein angekokelter Polizeiwagen, den man an die Ecke des Club-Gebäudes rollen läßt - Sekunden später steht er mit der ganzen Front an der Wand. Dann rollt der Abspann, um mittendrin nochmals eine mehrminütige sportliche Stripshow von Hauptdarstellerin Wren Walker zu zeigen - nach Dutzenden Schönheitsoperationen wirkt sie so sexy wie frisch gegossener Beton.
Nein, Peelers hat sich nur für seine plakativ abgefilmten Gore-Szenen Punkte verdient - die sind immerhin ansehnlich, auch wenn die eine oder andere mit erkennbarem CGI-Blut verdorben wurde. 4 Punkte.