Muskelmänner, Möpse, Mutationen!
Das könnte auch über der putzigen kanadischen Beinahe-Zombie-vs-Strippers-Comedy „Peelers“ stehen, nur dass dieser Versuch, lange Beine und ordentliche Oberweiten in Einklang mit sabbernden Mutationsfurien zu bringen sogar etwas gelunger daher kommt.
Die Buben und Mädels hatten nicht viel Geld, aber sie haben immerhin mit diesem Kleinstreich Engagement bewiesen, denn auch wenn der Plot mal wieder nur aus Belagerung und Rotz mit Soße besteht, so wie „From Dusk till Dawn“ das vor fast 30 Jahren vorgemacht hat, so müht man sich bei aller Abgedroschenheit doch redlich.
Also: die Stripbude gehört diesmal einer Frau namens Blue Jean und die Dame hat mal offiziell die Uniform getragen, jetzt aber lässt sie die Puppen tanzen. Abgesehen davon, dass es der letzte Abend für das Etablissement ist, denn der ranzige Vermieter will die Bude abreißen lassen, der alte Lechzbold und die schöne Jean kann nichts dagegen machen. Also satteln alle die Hühner für eine letzte große Show, die Mädels (schön ordentlich teils patent, teils kreuzdoof), die Türsteher, der Sohnemann und die Gäste.
Ja, und dann sind da noch vier mexikanische Grubenarbeiter, die in ihrer Mine offenbar auf die schwarze Essenz des Bösen gestoßen sind und das alles für einen Ölfund halten. Die große Kohle schon mal im Vorfeld feiernd, sitzen sie solange bei Tisch, bis sie anfangen, besagtes schwarzes Öl zu kotzen und dann volle Pulle durchzudrehen. Wer braucht schon echte Zombies, wenn er auch so einen Schmodder haben kann?
Den Rest vom Fest kann man sich denken, wenn die Protagonistin eine toughe Frau ist, es wird belagert und teilweise zurückgeblieben und gekämpft und keiner weiß warum, denn eigentlich hätten alle gepflegt (wie ein Großteil der Gäste) einfach rausgehen können und hinter sich abschließen, auf dass die Regierung die vier Pfosten und die Überreste ihrer ersten Opfer platt macht, aber nein, es wird irgendwie ein „Last Stand“ draus gemacht, bei dem natürlich quasi jeder draufgeht, da die öligen Jungs, anders als Untote, nicht so einfach mit einem Kopfschuss auszuschalten sind und immer wieder von vorn aufstehen.
Die Effekte sind ganz putzelig, da suppt das Kunstblut und hier und da fliegen die Körperteile, wenn da nicht so viel blödes Gerede zwischendurch wäre. Dazu kommen noch diverse Darsteller mit dem mimischen Talent eines frischen Holzscheits (ganz schlimm ist der Türsteher-Love-Interest von Blue Jean) und eine Klasse-C-Synchro, die nur schwer zu ertragen ist. Aber hey, es gibt was zu schmunzeln, die Mädels sind ganz nett und es dauert nicht allzu lange, dennoch gibt’s Dialogstrecken, die nun wirklich niemand wissen wollte. Das reicht natürlich nicht für den Film-Pantheon, aber wie gesagt, Kanada hat diesen Nerd-Charme, den ich nicht ganz zerstören will. (4/10)