Review

Die Fortsetzung zum Conman schliesst relativ nahtlos an dessen überdreht – absurdes Ende an und macht damit die komplette Abkehr von den schweren dramatischen Elementen, die ansonsten den Vorgänger bestimmt haben, gleich mit.

Hierbei ist die Geschichte nur ein dünner Vorwand ohne grossartigen Realitätsbezug, alles viel lockerer und entspannter und auch rein auf Komödie inszeniert; der vorher gesetzte Rahmen an Personen und Geschehnissen wird auch nur in höchster Not mal herangezogen. Geklärt wird das alles wieder mal in einen ungezwungenen Gespräch unter Männern, die beiden Überbleibsel King [ Andy Lau ] und Skinny Dragon [ Nick Cheung ] treffen sich wie zufällig auf der Strasse und schnattern über alte Zeiten.
So stellt sich auch heraus, warum Ching Ching hier nicht mehr vorzufinden ist, laut Aussagen hat sie entweder ein Studium angefangen oder ist - wahrscheinlicher – ihrer ersten grossen Liebe nach Canada gefolgt; jedenfalls wurde King von ihr in die Wüste geschickt.

Dieser ist unabhängig davon hierbei plötzlich geradezu eine Frohnatur, von Midlife – Crisis nichts mehr zu spüren: Die Haare sind schnittiger, wirkt auch insgesamt frischer und agiler als noch im ersten Abenteuer; die Farbsehschwäche wird ebensowenig erwähnt wie sein behindertes Kind. Nur die Kommentare über sein Alter sind noch geblieben, wirken hier allerdings dann noch mehr fehl am Platze.
Bei einer gleich einsteigenden Bescheissaktion wird auch fix der Neue im Bunde vorgestellt; Nat bzw. Luckard [ Chan Pak Cheung ], mit dem man sich danach auch ins Ausland auf der Flucht vor dem hereingelegten Triaden begeben will. Soweit kommt es aber nicht, während Dragon von dem Gangboss geschnappt und als Geisel festgehalten wird, bekommen King und Nat von der Polizei und dem chinesischen CIA einen unliebsamen Auftrag aufgedrückt: Man soll den Bauschwindler Peter Chu [ Alex Man ] samt veruntreuten 4 Milliarden nach HK zurückbringen.
Als King und Nat deswegen nach Las Vegas reisen, treffen sie auf die beiden Hobbynutten Betty [ Ruby Lin ] und Sammi [ Yik Fong ] und spannen die beiden gleich für ihre Pläne mit ein.

Das folgende Spielchen ist soweit ganz milde amüsant , pure Unterhaltung ohne Sinn und Verstand wird angestrebt und im erquicklichen Maße auch erreicht, jeglicher Ernst oder gar Gewalt diesmal aussen vorgelassen.
Da Nick Cheung ja recht früh aus dem Film geschrieben und nur in einer Ring – Parodie genutzt wird, soll dann anscheinend das 80er Jahre Relikt Chan Pak Cheung für die Witze sorgen, mit leichten Anlaufschwierigkeiten. Die wenigsten Darsteller wirken allerdings allein lustig, wenn sie ständig beim Wort „Arschloch“ austicken sollen; in ruhigen Szenen scheint er seltsam fehl am Platze zu sein.
Alex Man als zweiter Dino gecastet sorgt durch sein gewohnt chargierend auffälliges Spiel zumindest für genügend Akzente; Andy Lau streicht entkrampft seinen Paycheck ein.

Mehr Spass – zumindest fürs Auge – wird durch die Mädels gebracht, wobei hierbei auch eine starke Zuwendung zu sexuellen Anspielungen und Unzweideutigkeiten auszumachen ist.
Da taucht der Werberegisseur Handsome Woo [ Wong Jing ] aus dem Erstling wieder auf, der hierbei als Pornomacher zugange ist [ „ The HK directors come here to make C classed movies“ ] und auch jetzt wieder durch eine filmische Illusion den letzten Kniff ermöglichen soll; das Ganze auf seine Art genauso hirnrissig und vom logischen her wirklich schlecht gedeichselt, aber was solls.

Action beschränkt sich auf einen Hubschrauberbeschuss gegen Ende, der solange gut aussieht, bis die Effekte eingesetzt werden. Ansonsten wird sich 2x andeutungsweise geprügelt, wobei die Einstellungen gar nicht so übel aussehen, aber man halt nicht wirklich was geliefert bekommt.
Auch hierbei leistet die Fortsetzung Conman in Tokyo einiges mehr, so dass sich die Reihe zwar sehr langsam, aber doch kontinuierlich steigert.

Details
Ähnliche Filme