Review

Zwei Jahre nach „Wild Tales“ erscheint erneut eine Horror-Anthologie aus Argentinien. Die Gebrüder Rotstein setzen auf skurrile Momentaufnahmen und den titelgebenden Terror, doch gegenüber „Wild Tales“ scheitert ihr Werk in sämtlichen Belangen.

Fünf Geschichten beschreiben die Ereignisse einer Nacht in Buenos Aires als Lehrer für ihre unbeliebten Methoden bestraft werden, ein Partnertausch völlig in die Hose geht, ein Sexabenteuer im Hotelzimmer brachial beendet wird, eine Party mit dem Unterthema über Snuffvideos unsanfte Wendungen nimmt und sich Verunglückte nach einem Baupfusch als Zombies an den Verantwortlichen rächen.

Leider werden die Geschichten nicht chronologisch erzählt, sondern laufen mit leichten Zeitversätzen parallel ab. Dadurch entsteht das Problem, dass keines der Kapitel fesselt und es grundlegend an einer klaren Linie mangelt. Der Einstieg in der Schule mutet bereits nach wenigen Szenen bizarr an und es wird bis zum Schluss nicht wirklich klar, worauf die Pointe hinaus wollte, was ebenfalls auf die meisten anderen Erzählungen zutrifft.

Zombies mit blau leuchtenden Klüsen sind zwar eine Abwechslung und in den nächtlichen Straßen sorgen sie für die wenigen atmosphärischen Highlights, doch andere Storys hängen von vornherein durch, wie der Partnertausch, bei dem sich Kerle in ihrem jeweiligen Auto ewig über eventuelle Begebenheiten unterhalten, bis die Wendung schließlich binnen fünf Sekunden abgehandelt wird. Hinzu kommen die überwiegend richtig schlecht agierenden Mimen, die teils unbeholfen, teils völlig neben der Spur performen, was die ebenfalls unprofessionelle Synchro noch verstärkt.

Handwerklich ist hinsichtlich des geringen Budgets nicht allzu viel anzukreiden. Speziell die wenigen Gewalteinlagen sind ordentlich inszeniert und teils drastischer Art, auch kleine Softsexszenen sind auszumachen, welche halbwegs authentisch rüberkommen.
Ferner ist der Score recht gut abgestimmt, während Kamera und Schnitt passabel arbeiten.

Als nach bereits 71 Minuten der Abspann einsetzt, wird letztlich deutlich, dass hier viele Dinge nicht wirklich durchdacht, einige Episoden nur vage miteinander verknüpft sind und die meisten Auflösungen enttäuschen, sofern denn überhaupt eine vorhanden ist.
Pluspunkt ist die düster-skurrile Stimmung insgesamt, wogegen die Geschichten als solche zwar von einiger Sozial – und Gesellschaftskritik umgeben sind, unterm Strich jedoch zu selten Spannung erzeugen.
4 von 10

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