Was auf den ersten Blick wie eine Mischung aus „Don't Breathe“ und „Tanz der Teufel“ erscheint, entpuppt sich als südafrikanisches Crossover, so zwischen Kidnapping, Exorzismus und einer Menge Dämonentreiben.
Hazel (Sharni Vinson) und vier Kumpels entführen Katherine (Carlyn Burchell), die Tochter eines Diamantenhändlers, welche ihre Entführer warnt, sie besser frei zu lassen. Bei genauerer Inspektion des Tatortes finden die Kidnapper mehrere Leichen und manchen erscheinen schon bald Geister der Vergangenheit…
Mit der Grundlage, dass Kleinkriminelle auf das Unaussprechliche treffen, startet Regisseur und Co-Autor Alastair Orr sein dämonisches Treiben, bei dem kaum überraschende Abläufe, jedoch auch keine merklichen Verschnaufpausen zu erwarten sind.
Katherine ist von allen guten Geistern verlassen und lässt ihre Widersacher auch mal in der Luft zappeln, während sich einige Individuen unfreiwilliger Konfrontationstherapien unterziehen.
Das fällt anfangs einigermaßen spannend aus, wenn plötzlich deformierte Gestalten aus dem Nichts in der verwaisten Lagerhalle auftauchen oder sich den Figuren in vermeintlich stillen Momenten nähern, doch bereits nach eine Weile ermüden jene Jump Scares, die Abläufe gleichen sich, die Erscheinungen variieren nur wenig und außer ihrem kurzen Erscheinen bewirken die Geistergestalten nichts. Gleiches gilt für schlangenartige Parasiten, die sich aus dem Mund schlängeln, welche ebenfalls keinen besonderen Zweck erfüllen.
Dennoch schafft Orr es, eine eigenwillige Atmosphäre zu kreieren, die angenehm altmodisch erscheint. Etwa durch den einsamen nächtlichen Weg zwischen Tatort und Lagerhalle, welcher sich durch Nebel und hohe Felder schlängelt oder das Anwesen, welches von innen beileibe nicht so stattlich und nobel anmutet. Auch von der besessenen Katherine gehen einige gruselige Momente aus, wogegen der Showdown in Sachen Glaubwürdigkeit nachlässt, denn plötzlich scheint der Dämon seine telekinetischen Fähigkeiten verloren zu haben, wogegen andere eher Kugeln verballern, anstatt diese sinnvoll einzusetzen.
Darstellerisch fällt insbesondere Vinson positiv auf, welche bereits in „You're Next“ zu überzeugen vermochte. Auch Burchell liefert eine starke Performance ab, wobei ihre Mähne und die riesigen Augen durchaus effektiv abgelichtet werden. Dagegen kommen die Herren nicht allzu überzeugend rüber, zumal ihre Charaktere komplett austauschbar sind.
Lobend muss noch das Make-up Erwähnung finden, denn dieses fällt recht detailliert und sorgfältig aus und auch der Score findet die passenden Klänge, um die Intensität der Stimmung zu untermauern.
Ein Reißer ist der Streifen unterm Strich nicht, denn obgleich es recht flott vonstatten geht und die Grundstimmung packt, jongliert Orr etwas unbeholfen mit einigen Versatzstücken, liefert wenig Originelles und bleibt auch in Sachen Gewalt zu harmlos. Neben entstellten Fratzen, CGI-Flammen und einem Van auf dem Dach bleibt auf Dauer nicht viel hängen und ist somit nur bedingt Freunden von Düsterfilmen zu empfehlen.
Knapp
6 von 10