Review

kurz angerissen*

Der ausbleibende Erfolg des ersten Teils hätte eine Fortsetzung fast verhindert, jetzt ist sie doch da – und kann zumindest qualitativ in keiner Weise dem pfiffigen Original das Wasser reichen. Von einer käsigen Parodie auf coole Filmhelden („es werden jetzt zwei Dinge geschehen...“) zur absoluten Theoretisierung der vormals so klug ausgespielten Agenten-Action macht das Sequel gleich in beide Richtungen Fehler. Es ist vor allem das Drehbuch, das sich zu sehr auf Jack-Ryan'sche Militärverschwörungen einlässt und die Finger nicht mehr aus den Akten bekommt. Ausgestattet mit zweitklassigen Co-Stars (Cobie Smulders, Robert Knepper) bekommt auch Tom Cruise keinen Fuß auf den Boden und quält sich zu meist nächtlicher Tageszeit durch eine Schnitzeljagd, die ihm immer nur noch mehr Hinweiszettel hinterlässt.

Dass er den Finger einfach nicht an den Puls bekommt, offenbart sich dann schmerzlich in der Abwesenheit spannender Sequenzen, wie der erste Teil sie wohldosiert immer wieder zu bieten hatte, sei es nun durch eine Autoverfolgungsjagd oder durch einen einschüchternden Auftritt von Werner Herzog. Hier jedoch können sich Cruise und Smulders lediglich gegenseitig die Wunden lecken und verdutzt dreinschauen, weil sie mit der Handlung ähnlich wenig anfangen können wie der Zuschauer.
Wäre dies ein Bond, könnte man ihn wohl ähnlich gut verschmerzen wie einen „Quantum Of Solace“ und sich trotzdem auf den nächsten Teil freuen; für Jack Reacher sieht es aber spätestens jetzt schon zappenduster aus. Es sei denn, die Reboot-Krankheit schlägt bald wieder um sich...

*weitere Informationen: siehe Profil

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