Der Poltergeist (nicht nur der American) ist spätestens seit dem Remake des gleichnamigen Streifens wieder angesagt, manchmal benutzt der Verleih jedoch Schlagworte, um potenzielle Interessenten anzulocken und bewusst in die Irre zu führen. Der Originaltitel „Encounter“ (Begegnung) ist demgegenüber vage, umschreibt aber am ehesten den nicht wirklich gehaltvollen Inhalt.
Ted und Lauren haben soeben geheiratet und mieten ein einsam gelegenes Farmhaus an, damit Ted in Ruhe Himmelskörper beobachten und studieren kann. Ihr Vermieter Jim verhält sich bereits in der ersten Nacht merkwürdig, hinzu kommen unerklärliche Geräusche aus den Räumen. Kurz darauf scheint Lauren zu schlafwandeln…
Das Regiedebüt von Susannah O'Brien (welche auch das Drehbuch verfasste und ihr Werk produzierte) sticht als erstes aufgrund der inkonsequenten Kamera ins Auge. Einerseits soll es Found Footage repräsentieren und nutzt die Handkameraperspektive, andererseits ist sie oftmals dort positioniert, wo keiner der beiden Protagonisten draufhalten kann und auch keine fest installierte Kamera in Betracht kommt. Darunter leidet die Glaubwürdigkeit von vornherein, zumal gelegentlich eine Sounduntermalung zu vernehmen ist, welche ebenfalls nicht zum typischen FF-Stil passt.
Inhaltlich gestaltet es sich schwierig, eine Geschichte mit nur zweieinhalb Figuren zu erzählen, wenn diese nicht sonderlich sympathisch daherkommen. Der alte Vermieter Jim ist ein verschlossener Grummel mit offensichtlichen Geheimnissen und noch so halbwegs interessant, das Paar geht indes gar nicht. Deren Dialoge wirken über weite Teile hölzern und unrealistisch, zudem mehren sich nicht nachvollziehbare Interaktionen und zuletzt ist fast nur noch Kopfschütteln angesagt.
Paranormale Erscheinungen bilden derweil Mangelware, denn es gestaltet sich nicht allzu spannend, wenn nachts eine Deckenleuchte schaukelt und darüber hinaus nichts Erwähnenswertes stattfindet. Selbst eine Seance bleibt ohne Konsequenzen, stattdessen driften fragmentartige Einschübe ein wenig ins Surreale ab. Da solche Szenen nicht viel aussagen, werden nach dem eigentlichen Ende noch ein paar fiktive Interviewfetzen nachgeschoben, um auch dem letzten Deppen zu verdeutlichen, was denn nun hinter all dem steckte.
Zu ereignislos, zu lahmarschig, zu uninspiriert läuft die Chose ab, welche von den Mimen mehr schlecht als recht getragen wird. Die Optik wirkt lieblos und scheint sich wenig um Authentizität zu scheren, während die austauschbare Kulisse weder Atmosphäre noch Spannung erzeugen kann.
Es gibt Begegnungen, auf die man locker verzichten kann…
2,5 von 10