Review

kurz angerissen*

Ein weiterer Schritt in die Undefinierbarkeit dessen, was den übernatürlichen US-Gruselfilm der Gegenwart ausmacht. Vorbildlich saugt er zwar alle Einflüsse auf, die er bekommen an, spuckt sie aber völlig ungeordnet und planlos wieder aus. Sinnbildlich wird als Ursprung des Übels, das einmal mehr aus dem traurigen Schicksal einer Figur aus der Vergangenheit besteht, ein altes Haus präsentiert, wie man es in typischen Horrorfilmen in der suburbanen Einöde einer vergessenen Nachbarschaft erwarten würde. Hier jedoch steht es isoliert mitten auf einem Autobahneck, als habe sich die Zivilisation ihren Weg einfach drumherum gebaut.

Ein bizarr-schönes Motiv, würde es nicht ausgerechnet die Marschrichtung für das Drehbuch vorgeben. Katee Sackhoff spielte ja erst kürzlich die Hauptrolle in einem auch nicht eben geradlinigen Vertreter gleicher Gattung ("Oculus"), muss sich diesmal aber mit konstant tapferer Miene durch wesentlich bruchstückhaftere Komponenten kämpfen, die für sich betrachtet zwar handwerklich solide Qualität aufweisen, jedoch nie ihre rote Linie finden. Bezugspersonen, Handlungsmotive, Dramaturgie, all das wirkt wie ungünstig versetzt; es gelingt trotz Bemühens nicht einmal, eine nachvollziehbare, simple Horror-Mechanik zu entwerfen, womit ja beispielsweise David Sandberg in seinem Langfilm-Debüt "Lights Out" zuletzt recht erfolgreich war. Das doppelte Klopfen zieht sich zwar durch den gesamten Plot, um den Zuschauer in einen permanenten Zustand der Verunsicherung zu versetzen, ja man wagt sich dabei sogar in Situationen hinein, in denen man ein Klopfen nun wirklich nicht erwarten würde, doch wirklich spielbestimmend wird es nicht.

Immerhin zünden einige Jump Scares, auch weil sie eine billige (weil einfache) Umsetzung trotz des klischeehaften "Knock Knock" von sich zu weisen versuchen, so dass auch ein geübtes Publikum durchaus seine Freude haben kann. Aber von einem Kracher oder auch nur Geheimtipp ist "Don't Knock Twice" zu weit entfernt. Um diesen Status zu erreichen, wäre ein klares Bekenntnis für eine Richtung notwendig gewesen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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