Review

It’s the Baba Yaga!

Irgendwann kehren sie alle zu den klassischen Horrorgestalten zurück, wenn auch im neuen, dämonischen Gewand, wenn denn mal ein wohlklingender Antagonistentitel benötigt wird.
So auch bei „Don’t knock twice“, einer Variante der fluchbehafteten Existenz mehr oder weniger Unschuldiger, die so laut vor sich hin schreit, dass sie von „Insidious“, „Oculus“ und Freddy Kruegers höllischen Parallelwelten inspiriert ist, dass es gar nicht dazu kommt, dass hier eine eigene Handschrift entwickelt wird.

Da ist es schon das Beste, hier Lucy Boynton und Katee Sackhoff als Tochter und Mutter zu sehen, die sich langsam aber sicher damit abfinden müssen, dass Töchterlein Chloe einen Fluch am Arsch hängen hat, der mit dem Tod einer alten Frau vor einigen Jahren zu tun hat. Möglicherweise war die ja eine Hexe. Oder dämonisch besessen?

Aber Details sind nicht so wichtig, denn Caradog James‘ Film wirft die Theorien und Versatzstück munter in den Film, immer auf der Jagd nach der nächsten Szene, in der die dämonische Schattengestalt in einer Zimmerecke zum Angriff übergehen kann, vom folgenreichen Türklopfen in irgendwelche Höllendimensionen mal ganz abgesehen.

Ich hab aber meine Lektion gelernt und weiß daher, dass man ab einer gewissen Twistnotwendigkeit besser gar nichts erzählen sollte und so verhält es sich auch mit „Twice“, der deutlich und nachhaltig von seinem Schlußdreh lebt, weil alles andere eben dann doch eher unspektakulär und ermittlungstechnisch gradlinieg verläuft. So ahnt man dann schon nach zwei Dritteln, dass hier was spektakulär falsch läuft und so ist es dann auch, aber das geht in dem nachlässigen Hexen-, Dämonen- und Fluchjüngermischmasch leider so semi unter.

Dennoch: kein schlechter Film, aber eben nur eine typische DTV-Ergänzung, die eben recht unoriginell mit ehedem wirkungsvollen Versatzstücken spielt, wogegen ordentliche Darsteller kaum glänzen können. (5/10)

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