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Vielleicht ist es an der Zeit, Krampus auf unfähige Filmemacher anzusetzen, dann wäre Co-Autor und Regisseur Jason Hull einer der ersten. Sein „Krampus: The Christmas Devil“ entpuppte sich bereits als kompletter Rohrkrepierer, dazu gelernt hat er seither scheinbar nichts.

In der Vorweihnachtszeit verschwinden in einem Provinznest vermehrt Kinder. Die Polizei bittet den ehemaligen Cop Jeremy um Hilfe, dessen Tochter vor fünf Jahren spurlos verschwand. Zeitgleich steht Jeremy auf der Liste eines Kneipiers, denn der will Rache für seinen toten Bruder…

Mit dem neuseeländischen „Krampus“ von 2015 hat der Streifen bis auf die titelgebende Figur rein gar nichts gemein. Allein der Vorspann mit CGI-Nebel weckt wenig Hoffnung auf eine vernünftige Umsetzung und tatsächlich offenbart sich das geballte Unvermögen in nahezu jeder Einstellung.

Die Aufmachung wirkt amateurhaft, Kamera und Schnitt arbeiten auf Anfängerniveau, gleiches gilt für die verpeilten Darsteller, von denen niemand auch nur in Ansätzen glaubhaft performt. Der Score ist ebenfalls eine Frechheit, denn selten hat man „Stille Nacht“ dermaßen disharmonisch gehört, darüber hinaus mit Sounds eingespielt, die in den Neunzigern schon nicht mehr gerne verwendet wurden.

Inhaltlich gestaltet sich das Treiben weder weihnachtlich, noch unterhaltsam. Spannung will bei alledem nicht aufkommen, zumal Krampus zu einer komplett nichtigen Nebenfigur degradiert wird, welche kein einziges Mal blutig zuschlägt, sondern lediglich im Off agiert.
Die Maske besteht aus dunkelgraubraunem Klumpatsch ohne sonderliche Konturen, so dass es sich um ein x-beliebiges Monster handeln könnte.

Ohnehin geht es im Verlauf vermehrt um die Rachegeschichte als um entführte Kinder, welche in einer Szene in Käfigen zu sehen sind. An einer Waldhütte kommt es schließlich zum Showdown und bezeichnenderweise ist der Titelgebende hier überhaupt nicht mehr involviert. Die wenigen Kampfszenen geben dem Humbug so ziemlich den Rest, während der Abspann vor dem Hintergrund eines Bildschirmschoners mit Schneeflocken abläuft. Sehr besinnlich.

Erwartungsgemäß ist die Synchro eine Farce, doch könnte man fast meinen, dass die Sprecher absichtlich so übel betonen, - zu retten ist ja ohnehin nichts mehr. Ansonsten passt hier rein gar nichts zusammen, manche Szenen stehen gar ohne jeglichen Kontext da und am Ende ist man fast schon erleichtert, das Debakel nach weniger als 80 Minuten überstanden zu haben.
Ohne Folgeschäden. Wahrscheinlich.
1,5 von 10

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