A CURE FOR WELLNESS ist bestimmt einer der schönsten Horrorfilme aller Zeiten. Allerdings nur aus ästhetischem Blickwinkel: Die fantastischen, wunderbar komponierten Bilder, die man vielfach bereits aus dem viel zu ausführlichen Trailer kennt, tragen insbesondere die erste Hälfte des Films. Seine Ästhetik ist gleichzeitig sein einziger „USP“. Sie ist essenziell, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers aufrecht zu erhalten.
Denn zum einen ist die Hauptfigur, von Dane DeHaan ordentlich gespielt, reichlich unsympathisch und schafft es auch im weiteren Verlauf des Films nicht, Empathie zu wecken. Zum anderen passiert in Anbetracht der zweieinhalb Stunden Laufzeit herzlich wenig – die Ausgangssituation ist nicht gerade neu und wurde erst vor wenigen Jahren u. a. in Brad Andersons STONEHEARST ASYLUM und vor allem in Scorseses SHUTTER ISLAND in sehr ähnlicher Weise durchgespielt (auch dies ein Style-over-Substance-Film mit unerwartet pulpigem Finale). Im Gegensatz zu Scorsese schafft es Gore Verbinski erstaunlicherweise nicht, aus dem großartigen Setting und der bis ins Detail stimmigen Ausstattung (das Schweizer Sanatorium wurde in Süddeutschland auf Burg Hohenzollern gedreht und ausnahmsweise sind in einem amerikanischen Film mal alle deutschsprachigen Dialoge und Schrifttafeln einwandfrei – mit dem kleinen Manko, dass hier keiner schweizerdeutsch spricht) eine unheimliche Atmosphäre zu generieren. Es gibt zwar den einen oder anderen Suspensemoment, aber man vermisst eine durchgängige Bedrohung, Beklemmung und Düsternis, die das klinische Retro-Ambiente durchaus hergeben würde.
Mit seiner lang herbeigesehnten Auflösung rutscht der Film dann plötzlich in ebenso unerwartete wie unpassend trashige Gothic-Gefilde mit schlechtem CGI ab und man bleibt selbst als Genrefan kopfschüttelnd zurück über diesen hanebüchenen Unsinn, den man hier vorgesetzt bekommt. Fazit: Ein schöner Trash, toll gemacht, aber miserabel erzählt.