Review

Die vereinigten postapokalyptischen Emirate

"The Worthy" ist einer der ersten Genrefilme aus Saudi Arabien. Oder zumindest einer der ersten, der (auch dank Netflix) in der westlichen Welt von sich hören macht. Das hat er verdient. Zumindest für einen ersten Schritt in diese fantastischere Ecke des Films. An westliche Vertreter ala "Mad Max" oder "The Book of Eli" reicht man zwar noch nicht heran, doch "The Worthy" ist es wert entdeckt zu werden. Wenn man sich mit arabischer Kultur und der aktuellen Entwicklung der muslimischen Religion beschäftigt sogar unbedingt. Erzählt wird von brüchigem Vertrauen und der Balance zwischen Gut und Böse, in der Gesellschaft wie im Menschen selbst. Von einer Gruppe Überlebender in einer dystopischen Wüste samt giftigem Wasser und möglicherweise aggressiven Eindringlingen...

Schnell merkt man, dass die Geschichte, Fabel, Gleichung als überhöhte Warnung zu verstehen ist. Mal predigend, mal philosophisch, mal kitschig, mal religiös, manchmal sogar widersprüchlich - doch insgesamt nicht ohne Bedeutung und Gewicht. In einer Welt voller Misstrauen und Vorurteilen erst recht. Diese brandaktuellen und die Zukunft prägenden Themen aus der arabischen Sicht zu sehen wirkt erfrischend. Leider verheddert sich der Thriller gegen Ende in einem noch größeren Überbau irgendwo zwischen "Saw" und "Cube", der mir übel aufstößt und sich nicht ganz erschließt. Zudem wirken die Darsteller eher bemüht als begabt und die Effekte kaum ausgereift, selbst wenn man nicht mit der Traumfabrik vergleicht. Immerhin hat der Bösewicht eine bedrohliche Aura, die Gewaltspitzen zeigen Wirkung und (Über-)Ambition kann nicht bemängelt werden.

Fazit: das Thema klingt ausgenudelt, wird durch das arabische Setting und sein Parabel-Flair allerdings aufgewertet. Zudem überraschend hart und aktuell. Ein erster Schritt in einer ausgetretenen Genresumpf für ein Land, aus dem man es nicht unbedingt erwartet hätte...

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