Review

Die Apokalypse der Wahrheit

"Mindhorn" ist eine Mischung aus "Austin Powers" und "Black Dynamite", nur eben auf einem der abgelegeneren Teilen der britischen Insel spielend und mit 70er-Jahre-Detektivserien im satirischen Visier. Es geht um einen abgehalfterteren Schauspieler, der in den 70ern mit der Serie Mindhorn mal seine populären 15 Minuten hatte. Er verkörperte einen Super-Detektiv, der einen Lügendetektor als linkes Auge trug (!) und unwiderstehlich schleimig jeden Fall, jeden Schlüpfer und jeden Lachmuskel löste... Nun, Jahrzehnte später, soll er der Polizei helfen einen Mordfall aufzuklären. Als Mindhorn. Denn der scheinbare Täter, der sich als Vogel (?) anzieht und dauernd kräht, will nur mit ihm reden...

Wer auf britischen Humor steht, wird "Mindhorn" mögen. Wer Satiren mag ebenso. Außerdem hilft es ein Kind der 70er zu sein. "Mindhorn" ist grundsympathisch und einer der besseren Netflix-Movies. Lacher liefert die scharfe Satire im Minutentakt und gerade der Hauptdarsteller verkörpert den verpeilten Looser/Wannabe herrlich. Da kann man nur die Daumen drücken bei so viel nicht erkannter eigener Dummheit. Aus der Zeit gefallen und konstant Richtung Kult. Ich sehe schon die Mindhorn-Actionfiguren und Bubbleköpfe. Das Feeling einer kitschig-trashigen 70er-Crime-Serie wird gekonnt getroffen und in die Gegenwart verfrachtet. Details passen, Darsteller sind bis in kleinste Nebenrollen top aufgelegt und der Film funktioniert nicht nur auf der Insel - denn bescheuerte alte Serien ala Mindhorn gibt es überall auf der Welt. Zum Glück! 

Fazit: schrullig, durchgedreht, charmant - diese britische Satire nimmt gekonnt aberwitzige Serien der 70er aufs Korn und weiß hervorragend zu unterhalten. Die beste Art von lebsch! Schade nur, dass man das Auge der Wahrheit nur wirklich in Aktion sieht ;)

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