„Left Behind“ – Schon wieder? Basierend auf der Romanreihe „Finale – Die letzten Tage der Erde“ von Tim LaHaye, erschien 2014 eine durchwachsene Verfilmung mit Nicholas Cage in der Hauptrolle, die sich zumindest relativ dicht an die literarische Vorlage hielt. Bis auf die Grundidee bleibt bei vorliegender Umsetzung nichts davon übrig.
Die fünfzehnjährige Gabby ist mit ihrer jüngeren Schwester Claire unterwegs, als plötzlich ihre Mom spurlos verschwindet, mit ihr Millionen von Menschen. Um dem Chaos in der Stadt zu entkommen, flüchten die Mädchen gemeinsam mit den Jungs Josh und Flynn, bis sie auf die abgelegene Farm von Damon stoßen. Doch wem können sie in dieser Situation noch trauen?...
Der missionarische Effekt erweist sich als nicht so penetrant wie bei der 2014er Verfilmung, drum herum kommt man allerdings auch nicht. Hintergrund ist, dass sämtliche gläubigen Menschen gen Himmel fahren, während alle anderen die Apokalypse und die Erscheinung des Antichrists persönlich erwartet, welcher sich als Retter der Menschheit tarnen wird.
Sofern es die bereits angekündigten Sequels geben sollte, dürfte es noch abenteuerlich werden.
Der Stoff legt mit einem Affenzahn los, schildert das Chaos in der Stadt und lässt den Protagonisten kaum eine Verschnaufpause. Rasch kristallisiert sich heraus, dass die Schwerpunkte auf die Generation „Twilight“ zugeschnitten sind, denn beide Jungs interessieren sich für die unentschlossene Gabby, während Coming-of-Age ein wenig am Rande zum Thema wird. Allerdings wird diesbezüglich nur an der Oberfläche gekratzt, die Figurenzeichnungen bleiben vage, nur die bösen Wichte sind unübersehbar als solche auszumachen.
Im Mittelteil stellen sich derweil kleinere Längen ein, womit einige Schwächen seitens des Drehbuchs und der Mimen offenbart werden. Denn Letztgenannte kommen nicht über Mittelmaß hinaus, besonders die jüngeren Darsteller wirken oftmals überfordert und man kauft ihnen die Emotionen nur schwerlich ab. So wirken die betont gefühlvollen Momente arg aufgesetzt, während die Action ein wenig zu kurz kommt.
Denn die Temposzenen reißen einiges heraus und erzeugen den einen oder anderen spannenden Moment. So muss jemand aus einer Kiste, andere aus einem Gefängnis befreit werden, es gibt eine Hatz durch Wald und verwaiste Gebäude und mit Belagerern ist auch nicht gut Kirschen essen. Sobald Bewegung im Spiel ist, erweist sich das Handwerkliche als gekonnt und auch der Score treibt einigermaßen an, während die Auswahl der Kulissen durchaus zu einer gewissen Endzeitstimmung beiträgt.
Dennoch kommt der Streifen kaum über Durchschnitt hinaus, denn primär auf inhaltlicher Ebene meinen die Macher offenbar, dem Zuschauer nicht zuviel Tiefgang zumuten zu dürfen.
Viele Aspekte werden lediglich angedeutet, die meisten Charaktere bleiben zu oberflächlich und auch der Hintergrund des Phänomens der Verschwundenen wird nur kurz angerissen.
Die Action geht okay, doch eine FSK12 sagt bereits viel über den Härtegrad der Geschehnisse aus und letztlich auch über die anvisierte Zielgruppe.
5 von 10