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Aus heiterem Himmel bricht die Vampirkatastrophe über Amerika herein und verwandelt weite Teile der Bevölkerung in blindwütige Blutsauger. Der jugendliche Martin überlebt die Ausrottung seiner Familie nur mit Hilfe des zufällig vorbei kommenden Vampirjägers Mister und weicht diesem fortan auf dessen Odyssee Richtung Kanada nicht mehr von der Seite. Unterwegs treffen sie andere Überlebende, die aber nicht alle freundlich sind, und geraten schließlich kurz vor dem Ziel mit einer Gruppe religiös motivierter Vigilanten aneinander.


Als 2010 Jim Mickle's "Vampire Nation" erschien, präsentierte sich ein absolut sehenswerter Vampirfilm, der sogar teilweise ein wenig Innovation mit sich brachte. So konnte man nun also gespannt sein auf den Nachfolger "Vampire Nation: Badlands" zudem mit Connor Paolo und Nick Damici auch zwei der Hauptfiguren aus dem Vorgänger mit an bord sind. Für die Regie zeichnete dieses Mal das Duo Dan Berk und Robert Olsen verantwortlich und eventuell mag es auch an diesem Wechsel liegen, das dieser Ableger nicht gänzlich zu überzeugen weiß. Zehn Jahre sind mittlerweile ins Land gegangen und die Geschichte beginnt mit einem kleinen Rückblick, in dem man dem Zuschauer die Ereignisse vor Augen führt, bei denen Martin (Paolo) seine kleine Familie verliert, was der sogenannten Mutter der Vampire zu verdanken ist. Nachdem Martin nach einer langen Suche seinen alten Weggefährten Mister wieder getroffen hat, wollen die beiden zusammen Rache für die Ermordung der Familie nehmen. Man merkt also das die Story ziemlich simpel gehalten wurde und leider entpuppt sich auch das Gesamtbild des zweiten Teiles ebenso. Zwar kann man nicht behaupten das der Film versagen würde, doch wenn man die Qualität des Vorgängers zu Grunde legt, dann sollte man mit erheblichen Qualitätseinbußen rechnen.

So wirkt das Werk von 2010 trotz seines relativ geringen Budgets von gerade einmal 650.000 $ weitaus besser ausgestattet und hinterlässt auch den viel spektakulären Eindruck. "Vampire Nation: Badlands" hingegen erscheint größtenteils wie eine Low Budget Produktion, was sich im Prinzip an allen Ecken und Enden bemerkbar macht. Es gibt beispielsweise nicht die imposanten Massen-Kampfszenen wie 2010 und ganz generell wird hier mit dem Härtegrad auch ziemlich gegeizt. Die Action-Passagen sind nicht unbedingt inflationär vorhanden, stattdessen zeigt sich die Geschichte relativ dialoglastig, was man bei einem Vampirfilm nicht zwingend erwartet. Auch in atmosphärischer Hinsicht kocht man ein wenig auf Sparflamme, zwar erkennt man durchaus die Züge einer apokalyptisch angehauchten Endzeitstimmung, aber das Szenario kann zu keinem Zeitpunkt die enorme Dichte entfalten, die man noch beim Vorgänger so sehr schätzen gelernt hat. Außerdem ist auch die Erzählweise der Abläufe etwas holprig und wirkt streckenweise lieblos dahin geklatscht, so das in vielen Teilen des Szenarios gar kein richtiger Erzählfluss aufkommen will und dieser Umstand trübt das Seherlebnis doch relativ stark. Echte Begeisterung will also nicht aufkommen und an manchen Stellen verspürt man sogar den Anflug von Langeweile, was in der Regel der absolute Todesstoß für jeden Film ist.

Mit etwas mehr Feingefühl hätte man an dieser Stelle viel mehr auf die Beine stellen können, doch anscheinend fehlt es den beiden Regisseuren am nötigen Talent, um einen wirklich überzeugenden Vampirfilm auf die Beine zu stellen. Die oftmals totale Ereignislosigkeit des Geschehens ist schon ein wenig ermüdend und wenn endlich einmal etwas passiert, dann sind die zumeist in der Nacht stattfindenden Action-Passagen viel zu dunkel gefilmt worden, so das man als Betrachter die meisten Aktionen nur erahnen oder schemenhaft wahrnehmen kann. Das sind nicht unbedingt die Atribute die ich bei einem solchen Film erwarte, doch Berk und Olsen haben wie schon bei ihrem ersten Spielfilm "Body" aus dem Jahr 2015 das nötige Gespür vermissen lassen, eine durchgehend interessante und spannende Geschichte zu erzählen. Einige nette Ansätze sind eben nicht ausreichend um knapp 85 Minuten kurzweilige und gute Unterhaltung anzubieten und dieser Aspekt macht sich auch im vorliegenden Beitrag äußerst stark bemerkbar.

Letztendlich entscheidet selbstverständlich der persönliche Geschmack des Zuschauers, aber "Vampire Nation: Badlands" fällt im Gegensatz zu seinem Vorgänger doch ganz erheblich ab. Maximal mittelmäßiges Schauspiel der Protagonisten macht die Sache dann auch nicht besser, andererseits passen sich die dargebotenen Leistungen nahezu dem eher sehr durchschnittlichen Gesamteindruck des Filmes an. Wirklich stimmig gestaltet sich das Ganze also keineswegs, so das man unbedingt schon im Vorfeld einer Sichtung die eigene Erwartungshaltung herunter schrauben sollte. Ansonsten erlebt man nämlich eine recht herbe Enttäuschung, denn an die Klasse von "Vampire Nation" kommt dieser Ableger noch nicht einmal in Ansätzen heran. Für Komplettisten oder eine einmalige Sichtung ist das Werk sicherlich noch geeignet, aber einen nachhaltigen Eindruck wird die Chose ganz sicher nicht hinterlassen.


Fazit:


Was hatte ich mich doch auf diesen zweiten Teil gefreut, da mich das 2010er Werk doch absolut begeistert hat. Umso ernüchterter bin ich nun im nachhinein, denn für mich war "Vampire Nation: Badlands" eine ziemliche Enttäuschung. Eine echte Empfehlung kann ich deshalb auch nicht aussprechen und ich befürchte, das auch andere Leute zu der gleichen Erkenntnis gelangen werden.


5/10

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