Review

Wenn man eine Fortsetzung macht, nur um eine Fortsetzung zu machen

Satte 6 Jahre hat die Fortsetzung zum Fanliebling & zur Vampirtristesse "Stake Land" auf sich warten lassen - eine kleine Ewigkeit im Genrezirkus. Besser spät als nie? Fans meinen das so. Ich hätte allerdings darauf verzichten können. Und dabei mag ich das Original ebenfalls sehr. Nur leider wirkt die Fortsetzung eher labil, unnötig und wie ein lauwarmer Aufguss. Macht nicht viel falsch, wirkt wie aus einem Guss mit dem Vorgänger und besinnt sich auf dessen Tugenden - mir ist das jedoch einfach zu wenig. Schön zu sehen, wie es mit dem ungewöhnlichen Team weitergeht, Connor Paolo ist hier durch harte Schicksalsschläge direkt zu Beginn wesentlich reifer und härter als im Vorgänger, wo er ja noch grün hinter den Ohren war, doch der Wow-Faktor fehlt,  die Langeweile hat Oberhand und überraschende Momente oder coole Nebencharaktere fehlen diesmal. Bis auf das Hardcore-Homo-Pärchen, das mega cool und ebenso süß ist. 

Die Welt ist noch etwas abgefuckter, die Vampire noch hungriger und die Menschheit noch unmenschlicher - leider sieht man von all dem recht wenig. Ein altes Kannibalenpärchen ist ein Highlight, der Beginn ein echter emotionaler Tiefschlaf, doch ansonsten kommen einem die 85 Minuten wesentlich länger vor. Die einäugige Vampirella aka Mutter der Vampire ist nur halb so cool umgesetzt wie sie sich anhört, die eigentliche Geschichte ist kaum der Rede wert und fast jede eigene Fantasie, wie es mit den zwei Vampirjägern weiter ging, wäre wohl interessanter gewesen. Teil 1 konnte sich trotz bekannter Motive vom Vampir- und Endzeit-Einheitsbrei abheben. Wie auch immer er dies hinbekommen hat. Teil 2 schwimmt da nur uninspiriert und manchmal gar blutleer mit. Einen Abschluss einer Trilogie würde ich daher wahrscheinlich von Anfang an skippen. Da behalte ich lieber das erbarmungslose Original in wohliger Erinnerung. 

Fazit: nur anfangs kurz auf dem Niveau des Originals, danach leider leidlich überzeugend und ausschließlich für die beide Augen zu drückenden Anhänger der tristen Vampirsaga. Hätte es meiner Meinung nach nicht wirklich gebraucht - nicht jeder gute Genrefilm muss ein Sequel reingedrückt bekommen!

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