Einen Zombiefilm auf zwei Hauptfiguren zu reduzieren ist bereits ein Wagnis und kann eigentlich nicht funktionieren. Um die Angelegenheit noch weiter zu minimieren, dient eine Wüste als Hauptschauplatz, was recht gut zu den staubtrockenen Humoreinschüben passt.
Molly (Brittany Allen) und ihr Lover befinden sich in der Wüste Nevadas, um innerhalb einer anhaltenden Epidemie einen kleinen Flugplatz zu erreichen. Doch dann steckt ihr Wagen fest und während Lover von einem Infizierten gebissen wird, muss sich Molly in die Wüste schlagen. Hier wird sie permanent von einem Untoten verfolgt, den sie kurzerhand Sack nennt. Doch mit der Zeit entwickelt Molly eine Art Beziehung zu ihrem Stalker…
Regisseur und Co-Autor Colin Minihan und sein Kompagnon Stuart Ortiz schaffen es tatsächlich, dem Genre ein paar neue Facetten beizumengen, indem das Verhältnis einer Überlebenden zu einem blutgierigen Untoten in den Mittelpunkt gerückt wird.
Dabei erscheint Molly zunächst alles andere als sympathisch. Sie zickt, schnupft Koks, trinkt Wodka und scheint der Inbegriff einer selbstsüchtigen Stripperin zu sein, die ihren Sohn vernachlässigt und sich opportunistisch an den nächsten Stecher hält.
Während des Überlebenskampfes in der Wüste wandelt sich das Blatt ein wenig, denn Molly quatscht den Untoten voll, später spannt sie ihn sprichwörtlich für ihre Zwecke ein, während kurze Rückblenden illustrieren, welche Erinnerungen sich während der Reise auftun.
Aufgrund des recht überschaubaren Figurenkreises sind nicht allzu viele Gewalteinlagen zu verzeichnen. Die handgemachten Effekte beinhalten einen abgetrennten Finger, zwei Halsbisse und ein paar Innereinen zum Herumspielen.
Die staubige Atmosphäre kommt optisch ansprechend und wie aus einem Guss rüber, der zurückhaltende Score passt recht gut und auch die Kamera ist um ungewöhnliche Perspektiven bemüht, überzeugt jedoch primär mit einigen Weitwinkelaufnahmen.
Brittany Allen stemmt die Tour de Force überzeugend und mit einigem Körpereinsatz, während ihr Kollege Juan Riedinger als Zombie natürlich weniger zu tun hat, wobei einige Blicke tatsächlich Bände sprechen.
Zum Finale gerät das Treiben ein wenig konventioneller, die vorherige Linie der ambivalenten Zweierbeziehung wird verlassen und es gesellt sich ein wenig Action hinzu, wobei das Ende weitgehend offen gelassen wird.
Immerhin sorgen ein paar Auflockerungen durch leichte Situationskomik für Abwechslung und ein Sandsturm ist ebenfalls passabel in Szene gesetzt.
Horden von Zombies sind hier wahrlich nicht zu verzeichnen, denn das gibt die Einöde Nevadas schlichtweg nicht her. Da fällt alles ein wenig spartanischer aus und nur selten hat man das Gefühl, dass tatsächlich eine Apokalypse vorherrscht. Dennoch eine willkommene Abwechslung innerhalb des Einheitsbreis, mit einer stimmigen Atmosphäre, interessanten Bildern und einer ungewöhnlichen, zwischen Drama und Groteske schwankenden Beziehung.
6 von 10