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Nach „Frösche und Kröten“ geht es für die niederländische Filmemacherin Simone van Dusseldorp erneut darum, Kindern den Kreislauf der Natur näher zu bringen. Das gelingt primär in der zweiten Hälfte recht gut, die Musicaleinlagen bringen hingegen einen deutlichen Nervfaktor mit.

Die achtjährige Meral ist neu in der Stadt, Freunde hat sie bislang noch keine gefunden. Als sie in ihrem Zimmer eine Maus entdeckt, welche sie Peepeep nennt, nimmt sie das Tier spontan mit zum Klassenausflug ins Waldheim. Mit ihren neuen Gefährten Vito, Jason und Desi unternimmt sie einen Gang in den Wald und lässt Peppepp frei. Doch dann nähert sich eine Eule…

Die Erzählung lässt sich ein wenig Zeit, das Gefüge um Hauptfigur Meral einzuführen. Da gibt es Vito, der im Falle einer Freundschaft auf einen entsprechenden Vertrag besteht, welcher unter anderem besagt, sich niemals mehr als fünf Meter vom Verbündeten zu entfernen. Oder Rollstuhlfahrer Jason, der im Unterricht diverse Tierknochen präsentiert, welche er in der Natur gefunden hat. Hier wird auch das im Original titelgebende „Uilenbal“, das Eulengewölle vorgestellt. Und dann gibt es noch Desi, die zunächst hochnäsige Anführerin einer Tanzgruppe. Als diese im Zimmer der drei Außenseiter landet, sind Konfrontationen eigentlich vorprogrammiert, was das Drehbuch allerdings etwas zu naiv beiseite schiebt.

Problematisch wird der Stoff immer dann, wenn gesungen und ein wenig getanzt wird. Kompositorisch ist nichts einzuwenden, doch die teils schiefen und grellen Kinderstimmen gehen mächtig auf den Zeiger, zumal sich die Übersetzungen aus dem Holländischen nicht immer reimen und das Versmaß arg leidet. Viel besser klingen die Songs im Original allerdings auch nicht.

Was hingegen positiv rüberkommt, ist die Veranschaulichung einiger Vorgänge in der Natur. Es gibt zahlreiche detaillierte Tieraufnahmen von Eichhörnchen über Eule bis zum Igel und es wird erklärt, dass ein Maikäfer im Netz der Spinne, im Kreislauf der Natur, eben nicht nur eine Opferrolle einnimmt. Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt sind in einem Kinderfilm bereits obligat, Abläufe im Kreislauf des Lebens anhand einiger Beispiele aus der Natur hervorzuheben, ist indes löblich und selbst für Erwachsene nicht uninteressant.

Performt wird derweil ganz okay. Einige Jungmimen wirken etwas zu bemüht, einzelne Momente kommen zu überzogen daher, Totalausfälle gibt es jedoch nicht. Kamera und Schnitt arbeiten solide, die Ausstattung ist zweckdienlich.

Ein paar Auflockerungen mehr hätten dem Treiben gewiss nicht geschadet, wobei die 79 Minuten Laufzeit keine Längen aufweisen und allenfalls die erste Viertelstunde etwas schleppend verläuft. Mit weniger (oder gar keinem) Singsang und intensiverem Waldabenteuer wäre deutlich mehr drin gewesen, pädagogisch wertvoll ist der Streifen im Gesamtbild jedoch allemal.
6,5 von 10

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