Na, ich glaub es doch nicht, da hat doch der van Damme mit „Sudden Death“ doch noch einen halbwegs ordentlichen Film zusammenbekommen.
Letztenendes ist doch das klassische Stirb-langsam-Muster immer noch eins der besten, wenn man solide Härte mit einem begrenzten „Spielraum“ paart.
Hier darf unser belgischer Kampfkünstler als Feuerschutzaufsicht versuchen, den Vizepräsidenten und das Töchterlein aus den Händen von Erpressern bewahren, die das Stadion bevölkern, in dem ausgerechnet das Stanley-Cup-Endspiel vom Stapel läuft. Wenn die Kohle nicht kommt, bis das Spiel vorbei ist, dann sind die Geiseln mausetot. Wer würde da nicht denken, daß es bestimmt Verlängerung (siehe: Filmtitel) gibt...
Nein, das ist wahrlich nicht originell und die Wahrscheinlichkeiten sind auch nicht gerade wie eine Offenbarung verteilt. Eine Riesenmenge von gedungenen Meuchelmördern, der Chef ein durchgeknallter CIA-Agent; ein Endspiel wie die Superbowl mit einer Mini-Menge an sichtbarem Wachschutz in allen Anlagen; ein Einzelkämpfer, der geschickt erraten kann, wo die ganzen Sprengsätze vermutlich angebracht sein müßten.
Das ist alles eine Nummer kleiner und unglaubwürdiger als in Willis‘ Welterfolg, aber dennoch kann man dem allen eine solide Handschrift eines brauchbaren Handwerkers nicht absprechen. Van Damme schwört weitestgehend den üblichen Kicks ab und gebraucht alle möglichen Waffen, liegt auch mal nach Punkten hinten oder hat Glück, bis die Moneyshots endlich den ersehnten Eye-Candy bringen: Hängestunts vom Stadiondach und eine solide Helikopternummer sorgen für reichlich Spaß, dazwischen dreht Powers Boothe erfolgreich an Motherfuckerschrauber für durchgeknallte Sadisten.
Zwar kann unser Held in keiner Szene beweisen, warum er der beste Papi der Welt ist und seine Kinder ihn so lieben, aber dafür macht er unermüdlich auf Retter in der Not, weswegen die Kinderlein auch mal auf ihn warten können, selbst in der größten Massenpanik.
„Sudden Death“ ist bisweilen erfrischend hart und greift auch mal zum Blutbeutel, nicht ständig transportiert über endlose Ballereien, sondern durch zweckdienliche Fights und Gimmicks.
Daß unser Belgier dabei allerdings zu einer Art McGyver für Arme aufgebaut wird, der selten schießt und stattdessen aus Füllfederhalter und Feuerzeugbenzin Neutronenbomben bastelt (okay, im übertragenen Sinn) ist nicht der Ideenfülle letzter Schluß, verhindert aber einen permanenten Vergleich mit dem Vorbild.
Fazit: man kann mit dem Film soliden, heftigen Spaß haben, wenn man ihn nicht genauer hinterfragt. Die Schauspieler sind dem Drehbuch angemessen (das ist positiv gemeint) und die Action ist vom Fachmann. Wenn es doch öfters solche Vehikel gegeben hätte... (6/10)