Nach Steven Seagal (Alarmstufe: Rot) und Wesley Snipes (Passagier 57) wollte es sich auch Jean-Claude Van Damme (Harte Ziele) nicht nehmen lassen, einen Actioner a'la "Stirb langsam" vom Stapel zu lassen. Und im Gegensatz zu dem Seagal-Fiasko auf See hat es der Belgier wirklich geschafft, eine ordentliche "Die Hard"-Variante aus dem Hut zu zaubern.
Mehr als 17.000 aufgeregte Fans warten im Eisstadion auf den Beginn des Endspiels. Auch der Vize-Präsident (Raymond J. Barry) fiebert in seiner Loge dem Anpfiff entgegen, als plötzlich eine Gruppe Terroristen hereinstürmt und ihn als Geisel nimmt. Anführer der Killer ist der ehemalige CIA-Agent Foss (Powers Boothe). Der Mann fordert 1,7 Milliarden Dollar, sonst sprengen seine Leute das ausverkaufte Stadion in die Luft. Doch der Ex-Feuerwehrmann Darren McCord (Jean-Claude Van Damme) versucht auf eigene Faust die Bomben zu entschärfen und den Killern den Garaus zu machen...
Erstaunlicherweise hält sich Van Damme in "Sudden Death" weitestgehend mit seinen üblichen Karate-Moves zurück und kämpft eher auf realistischere Weise. Mit dem Schauspielern klappts trotzdem noch nicht so richtig, was allerdings nicht schlimm ist. Dennoch ist er immer noch besser als Steven Seagal in "Alarmstufe: Rot", da dieser auch dort seinen typischen Aikido-Murks nicht unterlassen konnte. Als Gegner hat man Van Damme diesmal Powers Boothe (Dämonisch) vor die Faust bzw. die Flinte gesetzt, der einen wahrhaft kompromisslosen Schurken abgibt. Dadurch schafft er es durchaus in der Liga von Alan Rickman (Stirb langsam), John Travolta (Face/Off) und Ed Harris (The Rock) mitzuspielen.
Von Action versteht Regisseur Peter Hyams (End of Days) durchaus was, denn der Mann ist vom Fach. Drehte er zuvor mit Van Damme schon den ebenso tollen "Timecop", so steigert er sich hier erneut in seinem Können und zündet ein wahres Feuerwerk der Action an. Es gibt Zweikämpfe, blutige Shoot-Outs, Explosionen und, und, und... Dennoch fehlt dem Film der gewisse Funke, um ein wahres Glanzstück in Sachen Action zu werden. Zum einen fehlt ihm der Humor von "Stirb langsam" und zum anderen ist da dieses mehr als nervende Balg von Tochter, das man Van Damme zur Seite gestellt hat. Bereits nach den ersten Minuten würde man dieser Göre ihren Stempel am liebsten mitten in die Visage drücken und sie zum Schweigen verdonnern. Das hätte man besser machen können, denn eigentlich würde auch schon der etwas debile Sohn reichen, der felsenfest auf seinem Platz sitzen bleibt, während alle anderen abhauen, nur weil es Super-Daddy Jean-Claude gesagt hat. Ansonsten kann man als Action-Freund eigentlich nicht meckern. Auch der Handlungsort Eisstadion ist eine gute Idee und wurde ein paar Jahre später in dem deutschen TV-Film "Das Finale" mit einem Fußballstadion wieder aufgegriffen, auch wenn dort die Umsetzung alles andere als Befriedigend war.
"Sudden Death" ist somit eine echte Alternative zu dem größtenteils langweiligen "Alarmstufe: Rot" mit Kloppenburger Seagal. Ich war eh schon immer eher ein Van Damme-Fan als ein Seagal-Fan, sollte dieser inzwischen überhaupt noch welche haben.