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Nachdem "Stirb Langsam" an den Kinokassen wie eine Bombe einschlug, schickte Hollywoods "Kreativ-Abteilung" unzählige Klone (mit 90% identischen Handlungsmuster) ums große Geld ins Rennen. So ein Fall ist auch "Sudden Death" geworden, auch wenn er mit Sicherheit zu den etwas besseren Plagiaten gehört.

Diesmal darf sich Jean-Claude Van Damme alias Darren McCord an Terroristen austoben.
Der zum einfachen Wachmann degradierte Ex-Feuerwehrmann McCord (insklusive einem nicht verarbeitendem Trauma) besucht mit seinen beiden Kids das  Stanley Cup Finale, bei dem auch der Vize-Präsident (Raymond J. Barry) anwesend ist.
Diese Gelegenheit nutzt Ex-CIA-Agent Foss (Powers Boothe) mitsamt seiner Terroristen-Crew aus, ihn und ein paar andere Gäste in der VIP-Lounge als Geiseln zu nehmen, um etliche Millionen Dollar Lösegeld vom Weißen Haus zu erpressen. Um ihre Ernsthaftigkeit zu unterstreichen, bringen sie an verschiedenen Stellen des Eishockey-Stadions C4-Sprengstoff an und drohen nach dem Schlusspfiff das ganze Stadion in die Luft zu jagen, falls die geforderte  Lösegeldsumme nicht überwiesen ist. Zudem töten sie nach Abschluss jedes Drittels ein wenig der Prominenz. Als auch noch McCords Tochter den Terroristen in die Hände fällt, macht sich der Ex-Feuerwehrmann im Alleingang auf, den Kriminellen das Handwerk zu legen.

Eines kann man "Sudden Death" nicht vorwerfen: Dass er auch nur eine Sekunde langweilig wird. Echte Helden, fiese Schurken, spannende Dauer-Aktion gepaart mit blutigen Fights in einer hervorragend gewählten Kulisse. Alles erste Sahne. Für dieses konstant hohe Tempo aufrecht zu erhalten, schlägt leider desöfteren die Logik bzw. das Handeln mancher Figuren aus der Kerbe.
Van Dammes Charakter scheint nicht unbedingt realistisch gewählt - ein Feuerwehrmann genießt nunmal keine Ausbildung als Nahkampf- bzw Sprengstoffexperte ; und Feuerwehrmänner sind auch keine ausgelernten Architekten (da er fast alle Bomben aufspürt). All das kann McCord perfekt (nur müssen wir diesmal leider auf den obligatorischen Spagat-in-die-Fresse-Kick verzichten). Im Gegenzug verhalten sich CIA und Polizei rund ums Stadion wie die letzten Volltrottel (OK, sonst wäre es ja keine "Stirb langsam"-One-Man-Show).
Die kurioseste Sache jedoch stellt McCords Flucht "nach vorne" ins Torwart-Dress und anschließend auf´s Spielfeld dar, um dann noch ´ne Glanzparade zu zeigen. Dies ist zwar schön mit anzusehen und reißt emotional mit, jedoch geschieht dies kurz vor dem (möglichen) Spielende, d.h. kurz vorm großen Knall und dem möglichen Tod tausender Menschen, da viele Bomben zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschärft worden sind. Der "Zufall" macht´s möglich, es gibt Verlängerung und McCord bekommt etwas Luft für noch mehr Bomben und Terroristen auszuschalten.

Das ist alles ziemlich gaga, aber dafür bekommt der einfache Unterhaltungs-Konsument einen Action-Kracher, bei dem man eigentlich gar nicht die Zeit hat, sich über solche Patzer aufzuregen.
Ständig ist hier was los, der Bodycount ist sehr hoch (ungewohnt viele Zivilisten segnen das Zeitliche). Locations, Fights und Kills werden sehr abwechslungsreich ausgenutzt.
Wenn Van Damme sich auf einen Kampf einlässt, verwendet er alles mögliche in greifbarer Nähe als Waffe, um dem Kontrahenten das Licht auszublasen. Das beste Beispiel ist der Kampf in der Küche. Dort wird echt gar nichts ausgelassen, dass es schon beinahe wie eine "Nackte-Kanone"-Parodie wirkt, wenn´s nicht so bierernst wäre.

Wie soll man das ganze bewerten? Anspruchsvoll oder tiefgründig ist er sicherlich nicht. Aber handwerklich ist "Sudden Death" erste Sahne.

Mein Tipp:

Hirn aus, Füße hoch und die geile Action genießen.

9/10

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