Review

Peter Hayms präsentiert in "Sudden Death" einen Jean-Claude Van Damme auf den Spuren von John McClane und hetzt diesen durch ein vollbesetztes Eishockey-Stadion.

Die Story: In Pittsburgh steigt das Eishockey-Spiel des Jahres, was sich auch der US-Vize-Präsident (Raymond J. Barry) anschauen will. Doch Pech für ihn, denn Gangster um den ehemaligen Geheimdienstmann Joshua Foss (Powers Boothe) nehmen ihn und weitere Menschen in der VIP-Lounge als Geiseln um Geld zu erpressen. Doch Pech für die Terroristen, denn sie haben auch die kleine Emily McCord (Whittni Wright) in ihrer Gewalt. Deren Daddy (Jean-Claude Van Damme) war mal Feuerwehrmann und kennt sich auch im Nahkampf gut aus.

Die Geschichte hat gute wie schlechte Elemente zu bieten, ich fange mal mit den guten an. Das Szenario eines Final Cup inmitten von Massen von Leuten gefällt, auch weil aus dem Stadion sozusagen "viel raus geholt wird". Der Film wechselt geschickt zwischen den einzelnen Locations. Ob Dach, Keller oder die Eisfläche selbst, der häufige Wechsel des Ortes führt auch zu einem gewissen Tempo. Zusätzlich liefert das Vorhandensein einer Menge von Leute die Bedrohungssituation, welche die Spannungskurve nach oben treibt, denn sowohl Spannungsaufbau als auch -verlauf wissen zu gefallen.
Auch gelungen ist die Idee, nicht den US-Präsidenten, sondern "nur" seinen Vize als Ziel den Gangstern zu zuschreiben, denn der Sicherheitsaufwand entspricht nun wirklich nicht dem eines Präsidenten (was der Antagonist sogar selbst anspricht).
Der Widersacher selbst kann ebenfalls überzeugen und darf im Film manche smarte Fußnote hervorbringen. Powers Boothe liefert eine gute Performance ab. Glücklicherweise hat man nicht wieder irgendwelche völlig überdrehten Soziopathen oder ausländische Terroristen als Antagonisten auserkoren.
Was ebenfalls im Film überzeugen kann, wenn auch nur als Randnotiz, ist, dass Van Damme des öfteren seine Gegner lediglich ausknockt, und nicht noch auf spektakuläre Art und Weise um die Ecke bringt. Ein Steven Seagal hätte wahrscheinlich all seine Gegner auf die typische Art und Weise erschossen oder ihnen das Genick gebrochen. In "Sudden Death" hingegen sieht man manche Gangster nur einmal und dann nie wieder, was auch die Vermutung zulässt, sie sind getürmt. Das ist wirklich ein kleines Detail, aber es hebt diesen Film von anderen aus dem Genre ab, wie ich finde.

Kommen wir zu den Kritikpunkten: In die Geiselnahme ist da natürlich noch die Familiengeschichte des Hauptdarstellers eingewoben wurden. Während die Tochter ihren Daddy liebt, ist der Sohn skeptisch, zumal McCord eben kein Feuerwehrmann, sondern nur Hausmeister ist und "Glühbirnen wechseln muss". Die Kinder sind vor allem deshalb im Film, damit McCord auch einen Beweggrund hat, gegen die Gangster zu kämpfen. Sie sind also ein Druckmittel. Das Problem hierbei ist, dass die Kinder ziemlich nerven und deren Schicksal einem nicht wirklich nahe geht. Außerdem kosten die Momente, die Rührseligkeit beinhalten, dem Film einigen Zuspruch.
Ebenfalls ist die geschriebene Geschichte recht logikresistent entwickelt worden. Manche Stellen im Film erzeugen Fragen, die man sich spätestens beim zweiten Mal Anschauen schon stellt. Dass McCord eine Gegnerin mit allerlei eingeschalteten Küchengerätschaften bekämpft, obwohl die Küche selbst gar nicht mehr bemannt ist, ist eigentlich noch ganz witzig. Aber spätestens in der Szene, in der die Hauptfigur als ein anderer Spieler verkleidet auf dem Eis steht und nur der Gangster (aus der Ferne) erkennen kann, dass es sich um McCord handelt, während Mitspieler, Trainer und Zuschauer nix erkennen, muss man sich mal am Kopf kratzen.

Die Action im Film leidet aber natürlich nicht darunter, denn die hat es in sich. Sowohl die Kämpfe als auch die Schießereien können überzeugen, bei denen es auch einigermaßen hart zur Sache geht. Insbesondere die Szenen auf dem Dach sind toll gemacht. Dass die Hauptfigur gegen eine Frau kämpfen muss, weiß ebenfalls zu gefallen. Ist einfach mal was anderes. Kleiner Wermutstropfen allerdings ist, dass Van Damme recht häufig von einem Stuntman gedoubelt wird, was an der einen oder anderen Stellen auch nicht zu übersehen ist.

Fazit: Trotz der angesprochenen Mängel ist "Sudden Death" ein gelungener Actionreißer, der in Sache Action und Spannung überzeugen kann. Außerdem heben den Film einige angesprochene Entscheidungen und Details von anderen Filmen ab.

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