Review

Mit seinem Hang zu Emmanuelle-Filmchen hat Regisseur Rolfe Kanefsky bereits einige Male versucht, dem geneigten Publikum feuchte Träume zu bescheren, nun soll es der Incubus auf dämonische Art und Weise richten. Doch damit scheitert er nicht nur aufgrund der lausigen Effekte.

Jennifer (Natasha Henstridge) und Paul (Lucas Hassel) haben endlich ihr Eigenheim gefunden, in dem vor zwei Jahren die Eigentümerin (Lin Shaye) auf mysteriöse Weise verschwand.
Doch die anfängliche Freude schlägt in einen Alptraum um, als Paul den eigentlich versperrten Raum im Keller betritt und ein Dämon in ihn fährt…

Nach einer Reihe unterschiedlichster Streifen sollte Kanefsky eigentlich wissen, wie man Spannung erzeugt, doch bereits die Exposition zündet nicht, da sie lediglich bruchstückhafte Informationen und unterdurchschnittliche Effekte liefert. Mit der Vorstellung des austauschbaren, nicht wirklich sympathischen Paares wird es nicht besser und als der unsympathische Elektriker den Keller betritt, ahnt man bereits, wie das Titelgebende zuschlagen könnte.

So verläuft die Handlung lange Zeit recht minimalistisch, denn es geht natürlich um Gelüste, wobei dies eben auch ohne paranormales Hinzutun vonstatten geht. Es kommt etwas Wellengang in die Badewanne und es tut sich was unter einer Bettdecke, woraufhin das Paar Sex hat, allerdings in unterschiedlichen Räumen. Nach der Dämonisierung verhält sich Paul ziemlich arrogant und Frauen gegenüber sexistisch, benimmt sich im Restaurant völlig daneben, um kurz darauf sämtliche Gäste und Besucher des Hauses in den Keller zu locken, denn der Incubus benötigt offenbar so etwas wie Lusthormone für seine Existenz.

Neben der nahezu ausbleibenden Spannung sind es die teils üblen Effekte, die bereits ins Trashige abdriften. Der Incubus trägt eine furchtbar klobige Latexmaske, es kommen Gummitentakel zum Einsatz, während kleine CGI-Blitze und ein insgesamt grobschlächtiges Make-up nicht überzeugen können. Die Gewaltmomente bleiben überschaubar und allenfalls einige Erotikeinlagen fallen okay aus.

Darstellerisch wird eigentlich nicht viel abverlangt, doch Hassel neigt derart zum Overacting, dass es ans Kasperltheater grenzt, während Henstridge noch einigermaßen überzeugend performt. Lin Shaye ist indes völlig unterfordert und auch Tiffany Shepis als Maklerin hat nicht sonderlich viel zu tun. Erwähnenswert bleibt da allenfalls der Score von Savant, der zunächst sehr dreist vom Hauptthema aus „Nightmare on Elm Street“ abkupfert und sich später den Retroklängen der frühen Elektromusik der Siebziger bedient, was immerhin recht abwechslungsreich komponiert ist.

Ob Softcore oder Horror, so richtig will Kanefsky in letzter Zeit kein überzeugendes Werk mehr gelingen, sein ansprechender „Dead Scared“ von 2004 ist schließlich schon etwas her.
Die Dämonengeschichte nimmt zu keiner Zeit Fahrt auf, die Figuren sind langweilig bis nervig und selbst zum Finale ist kaum eine dramaturgische Steigerung zu verzeichnen.
Da dürften die feuchten Träume noch eine Weile auf sich warten lassen…
3 von 10

Details
Ähnliche Filme