Ein lange im Keller eingesperrter Dämon kann entwischen und treibt seine Spielchen. Aber nicht nach Seelen steht ihm der Sinn, sondern nach fleischlichen Gelüsten...
Huh, Horror und Sleaze, da werden Erinnerungen wach an so manche Trash-Gurken der Achtziger, nicht nur aus Jess Francos Feder. Aber keine Angst, ganz so schlimm wird es nicht: bärtige Unsympathen, die mit angezogener Hose "poppen", bleiben einem bei diesem 2016er Fun-Movie erspart.
Schon die Titelmusik zu den Anfangscredits ist reichlich ungewöhnlich: Ein opernlastig-verspielter Reigen an bunten Bildern empfängt den Zuseher, der sich eher auf düstere tiefe Töne eingestellt hat.
Ein beliebiges Einfamilienhaus, bewohnt von einer alten Witwe, die in der swinging sixties auf einer Party mal den Teufel herausgefordert hatte. Das Ding ging schief, denn der beim Geschlechtsakt gestörte Inkubus tötete die jungen Leute, konnte aber schlußendlich im nämlichen Kellerraum gefangen werden und haust seitdem im titelgebenden black room. Dort hängt außen an der Tür eine Scheibe mit einem magischen Auge, welches den Bann aufrecht hält. Der Teufel ist aber listig und kann inform von Staub/Rauch aus einem älteren, geborstenen Ofenrohr aus jenem Raum doch entkommen, just zu der Zeit, als die alte Dame Besuch von ihrer jungen Enkelin erhält. In voyeuristischer Bildführung erlebt der Zuseher dann ein nächtliches Nippelspiel, welches der unsichtbare Teufel mit dem Teenager veranstaltet, bis die alte Dame auftaucht und sich selbst opfert. Ähm, Letzteres wird nicht in Bildern dargestellt...
Monate später steht das leere Haus, dessen Bewohner so plötzlich verschwunden sind, zum Verkauf und ein Paar in den Dreißigern erfüllt sich mit dem Kauf desselben einen Herzenswunsch. Von der ansehnlichen Jennifer (Natasha Henstridge) als weiblichem Teil der neuen Besitzer fühlt sich der im Keller lauernde Teufel ganz besonders angezogen und sein Spiel kann beginnen...
Schon nach den ersten hier geschilderten Minuten ist klar, wohin die Reise geht: Ein lüsterner, unsichtbarer Teufel versucht alles zu bespringen, was weiblich ist. Dazu bedient er sich der Figur des Paul (Lukas Hassel), dem er zunächst einen oralen Höhepunkt unter der Bettdecke verschafft, während er gleichzeitig im Nebenzimmer Jennifer in der Badewanne "bedient". Was lernen wir daraus? Richtig, der Teufel ist multitaskingfähig *g*. Er wird also dann zu Paul, der von Stund an ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legt, was Jennifer zwar bemerkt, aber zunächst toleriert. Beim sehr vorhersehbaren Showdown dann überrascht es nicht, daß sich Dämonen-Paul wieder in Normalo-Paul zurückverwandelt und der Teufel, seines/seiner Spielzeuge beraubt, wieder im Keller darben muss.
Naja. Ein Fun-Horror-Movie, das hauptsächlich vom extrovertiert agierenden Lukas Hassel getragen wird. Wer mit diesem Schauspieler keine Freude hat, wird nach einer Viertelstunde genervt abdrehen. Dem Film fehlt leider auch jegliche Spannung, alles ist einigermaßen vorhersehbar: Als ein Klempner gerufen wird, kann man schon drauf wetten, daß der auch bald vom Teufel kassiert wird. Irgendwann wird auch Jennifers Schwester eingeführt: Klein, schwarz gefärbter gothic-style, okkultismus-interessiert: Und das (Augie Duke) soll die Schwester der großen blonden Jennifer sein? Wer hat die bloß gecastet? Später im Film sieht man dann die Höllenbrut, wenig einfallsreich schleimig in Kokons gefangen, eine pulsierende Nabelschnur und der Teufel mit Hörnern in einem 20€-Kostüm aus dem Drogeriebedarf...
Die einzige Szene, die mir im Kopf geblieben ist, ist eine widerspenstige Kellnerin, die den teuflischen Annäherungen widerstehen möchte und zur Strafe ihre Möpse auf den Rücken gezaubert bekommt. Aber was ist schon ein 30-Sekunden-Gag in einem ganzen Film?
Mit niedriger Erwartungshaltung kann man sich The black room, der sich wenigstens an keiner Stelle ernst nimmt, mal anschauen. 4,51 Punkte