Review
von Leimbacher-Mario
Doppelgänger ohne Hänger
Ist es Schizophrenie oder ein übler Psychopath, der es auf dich und dein Leben abgesehen hat? Diese Frage steht im Mittelpunkt von „Freddy/Eddy“, einem knackigen deutschen Thriller über einen jungen Künstler, der in einem Lebenstal steckt, öfters beim Psychiater auf der Couch Platz nimmt, scheinbar aggressive Aussetzer hat und oft nicht mehr weiß, ob er unter einer Persönlichkeitsstörung leidet oder sein verstorben geglaubter Zwilling ihm einen teuflischen „Streich“ spielt...
„Freddy/Eddy“ ist klassische, düstere und durchgängig fesselnde Thrillerware, die erfreulich kompromisslos zu Werke geht und bei der man sich richtig freut, dass sie aus dem deutschsprachigen Raum kommt. Keine Minute zu lang, gut komprimiert, trotz Mini-Budget durchweg hochwertig und natürlich gespielt, mit einigen unangenehmen Spitzen und Themen, die man sonst in solcher deutscher Genreware eher selten angefasst sieht. Bis zum Ende böse durchgezogen, von Felix Schäfer (der an einen kantigeren Johnny Depp erinnert!) doppelt toll gespielt, alles andere als zimperlich oder klar „öffentlich-rechtlich“. Ein Ding wie „Freddy/Eddy“ würde ich in eine ähnliche, ziemlich famose Schublade stecken wie etwa „Die Vierhändige“ und er hätte damals durchaus auf noch mehr Festivals und Zuschauer treffen können/müssen. Immer wieder schade, wie solche kleinen Querschläger untergehen. Solche Sachen sollte man loben und fördern - selbst wenn diese diabolische Dualität das Psychokiller-Rad natürlich jetzt auch nicht neu erfindet. Muss ja auch nicht sein!
Fazit: toller, verborgener und verbogener Thriller aus deutschen Landen. Geheimtipps kommen kaum spitzer. „Freddy/Eddy“ ist seine Zeit und alle Ehre wert. Klein, gemein, von daheim. Gern geseh'n.