Da 50 Shades of Schwachsinn einige Fetisch-Bereiche ein wenig salonfähiger gestaltete, zogen Filmemacher nach, um unter dem Deckmantel eines Erotik-Thrillers nackte Haut mit einem Minimum an Handlung zu vermarkten. Regisseur Craig Goodwill orientiert sich da eher an Kubricks „Eyes Wide Shut“.
Autorin Sadie (Analeigh Tipton) hat eine Lesung in Turin, als ihr Ex Alex (Jakob Cedergren) sie zu einer Party in seine Villa einlädt. Während sie ihren Freund im Hotel zurücklässt, beginnt Sadie in der Villa eine Liaison mit der Tänzerin Francesca (Marta Gastini).
Doch bevor die eigentliche Party steigt, wird Sadie mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert…
Wieder mal ein gutes Beispiel für Werk, das als Teil einer Anthologie oder als Kurzfilm deutlich effektiver gewesen wäre. Denn Goodwill streckt die dünne Handlung, indem Momente zwischen Realität und Imagination schier endlos ausgedehnt werden, während man ja eigentlich nur erfahren will, was sich in jener schicksalhaften Nacht damals in Paris zwischen Sadie und Alex zugetragen hat.
Eine gewisse Ästhetik kann man dem Treiben jedoch nicht absprechen, denn Goodwill greift gekonnt auf das Interieur der Villa zurück, taucht die riesigen Räume, die zahlreichen Malereien und überdimensional großen Schlafgelegenheiten stets ins rechte Licht, kann sich auf eine dezente Kamera verlassen und weiß einige Szenen gekonnt miteinander zu verschmelzen. Auch die erotischen Einlagen punkten aufgrund dieser Umstände, zudem kann er sich diesbezüglich auf die glaubwürdigen Darstellerinnen verlassen, zumal die Chemie zwischen Tipton und Gastini stimmt.
Die stilvolle Inszenierung täuscht allerdings nicht über die inhaltliche Leere hinweg, denn storytechnisch kommt erst in den finalen Minuten ein wenig Spannung auf, als Sadies Visionen konkrete Züge annehmen, das Geheimnis eines vermeintlichen Rituals gelüftet wird und am Ende eine leicht garstige Note mitschwingt. Allerdings birgt die Auflösung keine übermäßigen Überraschungen.
Obgleich Regisseur Goodwill ein gutes Händchen fürs Optische beweist und auf eine effektive Sounduntermalung als auch auf einen gelungenen Score zurückgreifen kann, schwelgt er zu ausladend in diversen Fieberträumen, bevor das Minimum an Handlung greifbare Züge annimmt. Die Bilder sind durchweg ansprechend, die Geschichte dahinter fesselt indes nur wenig.
5 von 10