Edgar Allan Poe würde sich mal wieder im Grabe winden, denn sein letztes, unvollendetes Werk fiel einem weitgehend talentfreien Filmemacher zum Opfer. Klingt die Prämisse nach einer Mischung aus „The Fog“ und einer guten Portion Geisterhorror, entpuppt sich der Streifen von Regisseur Benjamin Cooper als amateurhafter Langweiler ohne Höhepunkte.
Nach einem Sturm landet J.P. (Matt O'Neill) auf einer Halbinsel und leidet seither an Gedächtnislücken. Der Leuchtturmwärter Walsh (Vernon Wells) nimmt ihn zähneknirschend auf, da die nächste Fähre erst in zwei Wochen geht. Zeit genug für J.P., der unbekannten Frau (Rachel Riley) vom Strand nachzugehen, welche Walsh für ein Hirngespinst hält…
Allzu viel ist der literarischen Vorlage nicht zu entnehmen, es ist noch nicht einmal geklärt, ob Poe eine Kurzgeschichte oder einen Roman schreiben wollte, selbst der Titel „Light-House“ stammt nicht von Poe. Ergo viel Raum für Kreativität, wenn man sie denn besäße.
Denn das Drei-Personen-Stück krankt an Ereignisarmut, bis es in den finalen Minuten überhaupt mal ein wenig zur Sache geht. Zudem sind der Produktion die bescheidenen finanziellen Mittel in vielen Momenten anzusehen. Teilweise ist der Leuchtturm animiert, Blitz und Donner auch, ganz übel ist ein Schiff auf drohendem Kollisionskurs in Szene gesetzt, während eine Vielzahl bunter Schmetterlinge noch nett aussieht, im Detail ist auch deren Herkunft aus dem Rechner überdeutlich.
So latscht J.P. an den Strand und trifft Nora, man schwafelt hölzern über innigste Träume, dazwischen tummeln sich eine Handvoll Inserts mit Erinnerungsfragmenten, während Träume innerhalb von Träumen (ein gern verwendetes Motiv von Poe) noch annehmbar in die Runde geworfen werden. Eine Grotte geht auch noch in Ordnung, doch spätestens als ein paar zombieartige Monster mitmischen, sind allenfalls Trashfans gefragt, denn diese zerstören die vagen atmosphärischen Momente endgültig.
Ein finaler Twist vermag noch ein wenig vom miesen Gesamteindruck zu kaschieren, doch die schwachen darstellerischen Leistungen und die üblen Effekte, die behäbige Erzählweise und die schwache Ausstattung kann dieser nicht übertünchen.
Einzig der gut abgestimmte Score mit einigen gefälligen Pianomelodien und satten Orchesterpassagen gegen Showdown sticht positiv heraus, der Rest ist Käse.
3 von 10