In Jordan Peeles Regiedebüt Get Out wird der afroamerikanische Fotograf Chris von seiner weißen Freundin Rose eingeladen, das Wochenende mit ihrer Familie zu verbringen. Schon bei der Ankunft wirkt die Atmosphäre merkwürdig: Die Eltern geben sich bemüht liberal und aufgeschlossen, doch ihre Aussagen wirken schnell unangenehm überkompensierend. Die schwarzen Hausangestellten verhalten sich ebenfalls auffallend seltsam.
Mit der Zeit entdeckt Chris, dass er Teil eines perfiden Plans ist: Wohlhabende, ältere Weiße lassen ihr Bewusstsein in junge schwarze Körper transplantieren, weil sie diese als physisch überlegen empfinden. Chris soll der nächste „Wirt“ werden.
Kritik
Der Film versucht eine Horrorstory mit extrem gesellschaftskritischem Unterton zu verbinden – das gelingt nur mäßig. Technisch und schauspielerisch ist Get Out solide gemacht, keine Frage. Die Atmosphäre stimmt, der Spannungsaufbau funktioniert.
Aber die Botschaft ist einfach kaputt. Dieser Film ist von Schwarzen, mit Schwarzen, für Schwarze - quasi die Blaxploitation der Neuzeit. Aber das funktioniert nicht. Das Problem ist in meinen Augen, dass dadurch auch eine massive Rassismuskeule gegen Weiße mitschwingt, und das ist absolut unfair und unnötig. Es werden damit quasi alle Weißen in Sippenhaft genommen, auch diejenigen, die heute leben und nichts mit solchen Denkweisen zu tun haben. Das geht für mich gar nicht und ist für unsere heutige Zeit auch sehr unpassend und respektlos.
Warum muss der Film die weißen Charaktere so extrem stereotyp als böse, machthungrige Rassisten darstellen? Warum kann man nicht einfach einen Horrorfilm machen, der funktioniert, ohne so eine krasse Spaltung zwischen Schwarz und Weiß? Ein Horrorfilm sollte Grusel erzeugen, ohne dabei Menschen auf diese Weise gegeneinander auszuspielen.
Der Film wirkt dadurch eher wie ein politisches Statement, als ein Horrorfilm, das mehr trennt als vereint. Das ist sein größtes Manko – und für mich auch der Grund, warum ich Get Out für Jordan Peeles schlechtesten Film halte.
Fazit
Get Out hat viel Potenzial verschenkt, weil es zu sehr auf die politische Botschaft fixiert ist, anstatt einen spannenden Horrorfilm zu liefern. Die übertriebene Rassismus-Keule macht ihn kaputt und sorgt eher für Spaltung als für Unterhaltung.
Jordan Peele mag sich für einen großen Filmemacher halten, aber Get Out ist für mich ein überbewerteter Film, der mit seiner Rassismus-Message die Sache kaputtmacht.