Review

Es ist in jeder Hinsicht das kleine Pendant zu „Ocean's Eleven“ wie der Originaltitel „Rivers 9“ bereits verdeutlicht. Hauptsächlich Heist-Movie, dazu ein wenig Komödie und minimale Action, - nur am Drehbuch von Autor und Regisseur Chris W. Freeman hapert es gewaltig.

Im kleinen Wüstenkaff Plainview leidet Mechaniker Jake (Thomas Downey) unter dem neuen Casino, welches der Mafiosi Ray (Vinnie Jones) leitet. Ständig Stau auf dem Weg zur Arbeit und als er bei Ray eine defekte Windschutzscheibe durch einen der Transporter reklamieren will, bekommt er gar Prügel. Daraufhin trommelt er Freunde und Bekannte zusammen, um das Casino auszurauben…

Dummerweise nehmen die ersten Einstellungen bereits vorweg, dass etwas schief laufen wird, denn da befindet sich Jake mitten in der Wüste, am Boden fixiert und von Ameisen übersäht. Dann springt die Handlung drei Wochen zurück und zeigt einen ruhigen Jake, der mit Frau und Schwester in einem großen Wohnwagen lebt, seiner Arbeit nachgeht und sich schon deshalb über das Casino ärgert, da bereits einige Leute eine Menge Geld verloren haben und zudem Arbeitsplätze bedroht sind. Als Sympathieträger ist er spätestens etabliert, als er sich durch einen Vorwand bis ins Chefbüro durchschmuggelt.

Nun könnte sich die Gewaltspirale nach kurzen Attacken und etwas Sachbeschädigung so langsam steigern, doch stattdessen tritt das Geschehen lange auf der Stelle. Natürlich nimmt die Planung des Coups einige Zeit in Anspruch, doch wenn zwischendurch ein Liedchen per Gitarren-App geträllert wird, welches annähernd drei Minuten dauert, ist der Drive komplett raus.

Auch in Sachen Action ist wenig zu vermelden, bis auf ein paar Faustschläge und Robben durch einen Luftschacht. Keine Verfolgungsjagden, keine Explosionen, nur ein Boot brennt.
Darüber hinaus wird versäumt, etwas mehr auf Situationskomik zu setzen, denn andeutet wird diese schon früh, doch außer einem Safeknacker bringt keine Figur Potential für Auflockerungen mit, selbst der Inder mit seinen obligatorischen Klischees bleibt weitgehend verschont. Zumindest kommt er dadurch sympathisch rüber.

So plätschert die Geschichte ohne Höhepunkte vor sich hin, selbst der Raub und eine ablenkende Pokerpartie sind spannungsarm in Szene gesetzt. Jones und Downey retten mit ihren soliden Performances noch ein wenig, der Rest agiert eher unterdurchschnittlich.
Das Zusammenspiel der Underdogs ist zuweilen einigermaßen liebenswert, doch über zwei, drei Schmunzler kommt die Gaunerkomödie nicht hinaus, so dass der Streifen insgesamt weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
Knapp
4 von 10

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