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Der Fluch von Darkness Falls

Darkness Falls ist mal wieder ein mustergültiger Flucht-vor-dem-bösen-CGI-Monster-Film, einer derer, die sich lieber auf das verlassen, was sich bereits vorher als erfolgsträchtig an der Kinokasse erwiesen hat, anstatt auf neue Innovationen zu setzen.
Statt hier richtig in die Story einzuführen kann man das Ganze auch gleich mit ein paar Stichen abhaken:

Das Monster: Eine böse Zahnfee, einst eine nette alte Dame, bis die bösen Dorfbewohner sie verbrannt haben, sie darauf den Ort verflucht hat und nun als böse Hexe ihr Unwesen treibt, wenn immer einem Kind der letzte Milchzahn ausfällt.

Die Charaktere: Ein an Nachtangst leidender Mann, der schon als Kind Bekanntschaft mit der Zahnfee gemacht hat, seine alte Schulfreundin (da wäre schon mal das Pärchen) und ihr kleiner ebenfalls an Nachtangst leidender Bruder, dem gerade der letzte Milchzahn ausgefallen ist.

Die Besonderheiten: Die Zahnfee kann sich nur in der Dunkelheit aufhalten und trägt eine Porzellanmaske, die ihr scheußliches Antlitz verdeckt (und ratet mal was am Ende passiert).

Den Rest wird sich jeder, der hin und wieder mal einen Horrorfilm guckt schon denken können. Das schlappe Drehbuch und seine uninteressanten, von mäßig begabten Schauspielern gespielten Charaktere sind dann wie üblich auch die größten Probleme des Films. Was Darkness Falls aber dann doch von Genregurken wie „Boogeyman“ oder „They – Sie kommen“ abhebt sind seine optischen Finessen und einige nett ausgesponnene Situationen, welche sich die „Besonderheit“ zu Nutze machen, dass sich die Zahnfee ausschließlich im Dunkeln aufhalten kann. Dabei wird besonders gegen Ende mit einem zugegeben recht hohen Unterhaltungswert um jedes Stückchen Licht gekämpft inklusive von-Lichtkegel-zu-Lichtkegel-springen.
Optisch können Kamera und schön gestaltete Settings, wie etwa der sich in einem Grünschimmer befindende, nebelverhangene Wald, einiges wieder gut machen und hier und da auch für Atmosphäre sorgen.
Dass diese abgesehen von dem wirklich gruseligen Start insgesamt aber nie das Potential der einfachen aber nicht zwangsweise zum scheitern verurteilten, sondern im Grunde sogar recht schaurigen Filmidee der rachsüchtigen Zahnfee ausschöpft, ist den bereits erwähnten Schwächen anzulasten. Zudem vermag man sich aufgrund der übergroßen Zeigefreudigkeit der Hexe nie so wirklich vor ihr gruseln – den Anfang mal außen vor gelassen.
Die ausschließlich auf den auffällig guten Soundeffekten (besonders das Schreien, Heulen, was auch immer der Zahnfee kann hier doch einiges wieder gut machen) beruhenden Schockeffekte können nur bei der richtigen Lautstärke auch richtig wirken.
Insgesamt bleibt Darkness Falls aber den Erwartungen entsprechend zu harmlos und aufgrund der Innovationslosigkeit und den sich bergeweise häufenden Klischees zu unbedeutend, als dass er sich wirklich in seinem Genre behaupten und aus der Masse herausstechen könnte.
Ein totaler Reinfall ist er aber nicht, der Unterhaltungswert kann sich sehen lassen, hier und da wissen auch diverse Kameraspielereien und Einstellungen zu gefallen – ansonsten verfügt Darkness Falls zumindest noch über den Vorteil, dass man ihn sich in ein 2-3 Jahren sicher wieder angucken kann, weil man bis dahin eh alles wieder vergessen hat. Dass man auch dann wieder von der ersten Minute an den gesamten Handlungsverlauf erraten kann, gleicht dies allerdings wohl wieder aus. 6/10

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