Review

Angst im Dunkeln – daraus kann man Bombenfilme machen, wenn auch in den letzten Jahren die Kindheitstraumata wie in „Boogeyman“ oder „They“ ein bisschen zu oft bemüht worden waren.
Einer der ersten Beiträge zu diesem Thema war „Der Fluch von Darkness Falls“, der im Zuge der wiederaufflackernden Horrorwelle ein schnelles Cash-In machte – in mehr als einer Hinsicht, denn die 74 Minuten Spielzeit sind so schnell vorbei, dass sich auch das kleinste Nickerchen nicht rentiert.

Diesmal ist es also nicht das Schrankmonster oder der schwarze Mann, sondern die sogenannte Zahnfee, die allerdings hier ihrer finsteren Seite freien Lauf lässt, in dem sie aufgrund eines Hexenfluchs die Kinder holt, die ihren letzten Milchzahn verloren haben.

Wie könnte es anders sein: unser Held muß sich schon im Teenageralter (gerade erster Kuß) mit der Else auseinandersetzen und weil er überlebt, meuchelt die Alte seine Mutti, was natürlich ihm angelastet wird.
12 Jährchen später geht es dem Neffen seiner Kindheitsfreundin an den Schlaf und so kehrt der Held angstgeschüttelt mit einer Tasche Taschenlampen voll zurück…

Nichts ist neu an so einer Story, denn alsbald gerät unser Held in Verdacht, die Polizei sieht in ihm natürlich auch einen Störenfried oder Muttermörder und die böse Fee holt sich einen nach dem anderen, um ihn im Dunkel zu meucheln, denn wer sie gesehen hat, muß dran glauben.
Und so geht es in der Handlung setweise voran, erst im Wald, dann auf dem Polizeirevier, dann im Krankenhaus und schlussendlich im Leuchtturm, wenn wirklich nur noch die Protagonisten übrig sind.

Die Abarbeitung des Nebendarstellermaterials ist geradezu inflationär und da man schon nach einer Viertelstunde per Buchillustration gesehen hat, wie das Böse zu bannen ist, ist dann der Leuchtturm echt eine Erlösung, da das Ende naht.

Dabei ist „Darkness Falls“ nicht mal schlecht, sondern in seiner Mittelmäßigkeit hocheffizient – das Böse lauert im Dunkel und schlägt ständig gnadenlos zu, also wird’s für die Figuren ein Spießrutenlauf. Am atmosphärischsten ist noch die Krankenhaussequenz, die allerdings in punkto Logik total albern ist, denn eine so schwache Notbeleuchtung würde wohl diversen Patienten das Leben kosten, wenn der Strom mal weg ist.

Für die Freaks gibt’s zwar so gut wie kein Blut, dafür viele schöne Schocks, aber auch die nützen sich mit der Zeit langsam ab. Und wenn das Böse dann endlich seine Maske abnimmt, kommt auch nichts Grauenvolleres hervor als die unbewußte Angst vorher.
So gesehen nur ein netter Durchschnittsgrusler, der die Welt nicht weiter bewegen wird.
Aber auch nicht schlecht. (5/10)

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