Review

Seit des Neuaufgusses von Stephen Kings „ES“ sind Clowns rein gar nicht mehr totzukriegen. Hier haben wir es mit einer Art Paranormal Clownery zu tun, was trotz einiger atmosphärischer Momente zusehends ins Hanebüchene abdriftet.

Studentin und Kellnerin Emma hat panische Angst vor Clowns und wird neuerdings von Alpträumen und Visionen heimgesucht. Als in ihrer Kleinstadt ein Mädchen ermordet wird, muss sich der Vater der Ermordeten ebenfalls mit mysteriösen Erscheinungen auseinandersetzen. Gemeinsam versuchen sie der Wurzel des Bösen auf die Schliche zu kommen…

Garstige Rotnasen wohin das Auge reicht, doch immerhin ist der hier agierende Ribcage ein wahrlich fieser Geselle, wie er sich mal schlürfend, mal stampfend durch die Gegend bewegt, stets begleitet von kehligen Lauten und schwerer Atmung. Bevor der Knabe in Erscheinung tritt, säumen rote beschriftete Luftballons mit Hinweisen und Androhungen seinen Weg, was zumindest ab und an kleine atmosphärische Duftmarken setzt.

Denn ansonsten wird häufig mit der Brechstange gearbeitet. Eine Handvoll Jump Scares fällt zwar passabel aus, doch die dazugehörigen schrillen Soundeinlagen hätte es nicht gebraucht. Zudem wirken die Geistereinlagen recht beliebig, da der Dämonische das Radioprogramm ebenso in seine Gewalt bringen kann wie ein Auto zu fahren, Handys zu klauen oder Türen per Gedankenkraft zu schließen. Über den Hintergrund der Besessenheit erfährt man indes rein gar nichts.

Macher Aaron Mirtes, der hiermit sein Langfilmdebüt feiert, übernimmt nahezu die Hälfte aller Tätigkeiten der Produktion. Vom Schnitt über Effekte hin zum Stand In und zwei Stimmen via Radio und Telefon. In manchen Belangen spiegelt sich eine gewisse Unerfahrenheit wider, etwa beim übermäßigen Einsatz von Farbfiltern oder bei einigen Szenen unsicherer Kameraführung. Zudem vermag er die überwiegend jungen Mimen kaum anzuleiten, denn in einigen Momenten wirken diese schlichtweg überfordert.

Auch bei seiner Geschichte sind merkliche Defizite auszumachen. Denn obgleich im letzten Drittel ein kleiner Twist ins Spiel kommt, sorgt dieser für Unzulänglichkeiten in Sachen Logik und Rationalität, während Gegenwehr bei günstigen Gelegenheiten mal wieder ein Fremdwort ist. Zumindest kommt zum Finale noch ein wenig Spannung auf, was den bis dato nicht allzu positiven Eindruck noch ein wenig aufwertet.

Dass Clowns nicht zu trauen ist, wissen Filmfreunde nicht erst seit der Erscheinung von Pennywise. Zwar sorgt der hier tätige, vermeintliche Witzbold für kleine Schauereinlagen, doch sein Wirken kommt auf Dauer recht willkürlich daher. Handwerklich wird die halbgare Geschichte von einigen Defiziten begleitet, auch die wenigen Gewalteinlagen sind kaum der Rede wert und gehen im Schnittgewitter einiger Nahaufnahmen unter.
Somit setzt der Killerclown seinem Wirken allenfalls die rote Nase auf…
4 von 10

Details
Ähnliche Filme