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Jeepers Creepers? Fender Bender? Letzteres bezeichnet umgangssprachlich einen kleinen Blechschaden, den hier ein Killer vorsätzlich verursacht, um an die Kontaktdaten seines späteren Opfers zu gelangen. Folgerichtig ergibt sich daraus eine Mischung aus Home Invasion und Slasher, die einmal mehr an die nostalgisch anmutenden Genrebeiträge der Achtziger erinnert.

Hilary hat soeben ihre Fahrerlaubnis erhalten, schon fährt ihr ein Typ hintendrauf. Man tauscht Daten für die Versicherung aus und das Ereignis scheint beinahe schon vergessen, als Hilary eine ominöse SMS vom Unfallverursacher erhält. Umso erleichterter ist sie, als zwei Schulfreunde unverhofft vorbeikommen. Doch das soll nicht der letzte Besuch des Abends gewesen sein…

Lange hat man von Autor und Regisseur Mark Pavia nichts mehr gehört, denn seine King-Verfilmung „The Night Flier“ liegt bereits zwanzig Jahre zurück. Zehn Jahre davor entstanden massenweise Slasher, die oftmals mit einem Mord einstiegen, um die Handschrift des Killers zu etablieren, was auch hier der Fall ist. Danach herrscht allerdings eine ziemliche Flaute, denn allzu interessant erscheint Hilary als vermeintliches Final Girl nicht und es bedarf schon einer ausladenden Gewitternacht, um zumindest eine angemessene Grundstimmung aufzubauen.

Erst nach rund vierzig Minuten kommt ein wenig Spannung auf, als jemand im Haus vermutet wird, Veränderungen am Smartphone wahrgenommen werden und die Frau von der Versicherung anruft. Mit Erscheinen des schwarz gekleideten und maskierten Killers (in so einem Outfit darfst du eigentlich nur die Fußsohlen deiner Herrin abschlabbern) kommt zumindest etwas Tempo auf und es geschehen kriminelle Vorgänge, die mit Messerstichen, Überfahren, Schlägen und Anzünden einhergehen. Nichts Schockierendes und wenig Blutvergießen.

Darstellerisch wird okay abgeliefert, der Score in einer Mischung aus John Carpenter, Goblin und Tangerine Dream schürt eine angenehm düstere Stimmung, während die Kamera solide arbeitet und mit einigen effektiven Perspektiven aufwartet. Leider kommt die magere Story da nicht ganz mit, obgleich zum Showdown ordentlich an der Temposchraube gedreht wird.

Eigenständigkeit wird man vergeblich suchen, denn der komplette Ablauf ist ein Zusammenschnitt gängiger Slasher der letzten 50 Jahre, einschließlich vieler Logiklücken und irrationaler Verhaltensweisen, was natürlich auch den totgeglaubten Schlächter impliziert.
Einmal sichten und vergessen, - mehr sollten eingefleischte Genrefans nicht erwarten.
5,5 von 10

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