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Da hat sich der deutsche Verleih mal einen herrlich doppeldeutigen Titel ausgesucht, denn in „Monster Truck“ stehen nicht etwa diese mutierten Geländewagen mit ihren überdimensional großen Reifen im Vordergrund, sondern ein Jersey Devil wurde in einen Truck gesperrt. Für rund 20 Filmminuten.

Als im Jahre 1738 in New Jersey eine schwangere Frau ihr 13. Kind erwartet, erwächst daraus eine Mischung aus Mensch und Dämon, welcher in der Jetztzeit von einem Sicherheitsteam der so genannten Hüter nach Pennsylvania gebracht werden soll. Seine Schwester Zib, mehr Mensch als Dämon, muss dem Team dabei helfen, - sie verfolgt jedoch ihre ganz eigenen Ziele…

Der Einstieg ist zwar kurz, jedoch stimmig, beinhaltet er immerhin eine Splatter-Geburt und einen Plastikbeutel, welcher im im 18. Jahrhundert wohl gerade im Kommen war.
Danach folgt das Hier und Jetzt mit Tom Sizemore, der seit Ende der Neunziger in etlichen B- und C-Streifen mitwirkte, eine fade Produktion jedoch immer noch ein wenig aufwerten kann.
Er spielt einen dieser nebulösen Hüter, bei denen zu keiner Zeit klar wird, was die rund 300 Jahre mit dem Dämon anstellten. Zumal: Ist das ein staatlich anerkannter Beruf? Drei Jahre Lehre oder etwa ein Studium notwendig? Und warum aus unerfindlichen Gründen ein aufwendiger Transport?
SyFy macht um solche Nichtigkeiten wie gehabt einen großen Bogen und kompensiert stattdessen mit Tempo und ein wenig Action.

Obgleich nicht einleuchtet, welche magischen Fähigkeiten bei Zib zutage treten, sobald sie ihre Hand auf dem Boden legt und ein hellblauer Lichtschein erstrahlt, stellt das offenbar eine Verbindung zu ihrem ungleichen Bruder dar, welcher zunächst einige Zeit im Käfig verbringt und folgerichtig kaum zu erkennen ist. Die Reise des Trucks innerhalb von Winterlandschaften ist sogar passabel gefilmt und ein wenig atmosphärisch ausgefallen, auch der pyrotechnische Einsatz an einer Tankstelle ist okay in Szene gesetzt.

Sobald das Vieh entkommen kann (wie das Cover ja vorab verrät) und die Jagd auf das Team eröffnet, folgt das Geschehen den üblichen Verlaufsmustern. Mal abgesehen von einigen optischen Täuschungen, welche der Dämon zu suggerieren vermag, so dass auch mal Leute auf die eigenen Mitglieder ballern oder sich den Rücken blutig stechen, weil sie dort Flügen wähnen.
Der Bodycount ist einigermaßen hoch und obgleich die meisten Gewalteinlagen per CGI in die Runde geworfen werden, ist die eine oder andere Szene für Gorehounds interessant.

Weniger interessant, weil nicht sonderlich aufwendig gestaltet, ist indes der Jersey Devil, welcher ebenfalls aus dem Rechner stammt. Da sich der Knilch relativ hastig bewegt, fallen gestalterische Defizite nicht wirklich negativ auf, auf Nahaufnahmen wird natürlich verzichtet.
Insgesamt arbeiteten Kamera und Schnitt ordentlich und auch die Mimen sind konzentriert bei der Sache, insbesondere Evalena Marie, die als Zib eine schlagfertige und gleichermaßen charismatische Performance darbietet.

Im Auftrag von SyFy liefert Regisseur Daniel Wise ein brauchbares Debüt ab, unterhält mit temporeich in Szene gesetzten Fights und einigen Gewalteinlagen, während die Effekte annehmbar sind und der Score zuweilen ordentlich antreibt. Die Logik bleibt zwar weitgehend auf der Strecke, doch Trashfans wissen hinlänglich worauf sie sich einlassen und erhalten ein fast schon solides Stück Billigfilm.
5,5 von 10

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