Review

Auch wenn „Dark Breed“ nicht ganz zu Jack Scalias P.M. Entertainment – Krachern „T-Force“ und „The Silencers“ aufschließen kann, so erfüllt dieses zusammengewurschtelte Konglomerat aus bekannten Vorbildern wie „Alien“, „Species“ und „The X Files“ so ziemlich alle Erwartungen, die man an einen Film aus der ehemaligen B-Action-Schmiede stellen kann.
Es mangelt der ganzen Angelegenheit zwar ein wenig an Drive und letzter, gewohnter Sorgfalt in den Actionszenen, dafür floss dieses Mal das Budget aber auch ihn hübsch ekelige Obduktionen, glitschige Verwandlungen, hässliche Aliens, verbrannte Leichen und crashende Raumschiffe. Denn die gelungenen Effekte schauen für ein B-Movie, gerade zu dieser Zeit, meistens überraschend professionell aus.

Im Fall von „Dark Breed“ kracht mitten in Los Angeles ein Spaceshuttle in den Fluss. Nick Saxon (Scalia) und seine Mannen werden hinzugezogen, um die Absturzstelle zu sichern und den Unfall zu untersuchen. Die Besatzung entsteigt dem Wrack allerdings ziemlich unverletzt und macht sich stinkesauer gleich daran die postierten Polizisten zu massakrieren. Offensichtlich hat ein außerirdischer Parasit von ihnen Besitz ergriffen und lässt sie langsam zu höchst biestigen Monstern mutieren. Der gute Nick steht dieser interstellaren Plage zwiegespalten gegenüber, schließlich gehörten seine Ex-Frau Deborah (Tony Scotts Frau Donna) und sein bester Kumpel zu den Astronauten...

Lange fackelt er natürlich trotzdem nicht und nimmt gleich den Kampf gegen die außerirdischen Invasoren auf. Für seine Ex hat sich das Drehbuch zudem einen Kniff ausgedacht, damit den Ärmsten sein Gewissen auch nicht allzu sehr zwickt und er fix der mörderischen Brut auf den Pelz rücken kann. Dass hinter dem ganzen Unterfangen auch noch das Militär seine eigenen Interesse gewahrt haben möchte, der ehrenhafte Nixon aber dazwischenfunkt, als Dankeschön prompt suspendiert wird und dann auf eigene Faust den Kampf fortsetzt, versteht sich nach guter alter B-Movie-Tradition fast schon von selbst.

Weil ein Großteil des Films bei Nacht spielt, dominiert den Großteil des Geschehens eine ziemlich düstere Atmosphäre, die allerdings auch den Nachteil mit sich bringt, dass ein paar Actionszenen nicht ganz so spektakulär in Szene gesetzt werden, wie man das als Genrefan von P.M. gewohnt ist. Dies mag auch ein wenig daran liegen, dass Scalia keinerlei Martial Arts – Fähigkeiten besitzt und von den Aliens eigentlich immer kräftig verdroschen wird. Zwar beinhaltet der Film auch die für jeden P.M. - Film elementaren over the top inszenierten Autoverfolgungsjagden mit formvollendeten Feuerbällen, sich auf der Straße quer stellenden LKWs und durch die Luft segelnden Autos, aber der letzte Feinschliff fehlt dieses Mal. Selbiges gilt ebenso für die mit reichlich Explosionen versehenen Shootouts, die fast grundsätzlich in einem Inferno enden, weil Saxon nahezu jedes Mal aus dem Nichts plötzlich eine Bazooka zaubert. Richard Pepin und Scott McAboy haben also in Anbetracht spektakulärer Actionszenen auch hier wieder alles im Griff. Dass mitunter auch mal nur ein Modellbau zerlegt wird, verstärkt nur den Charme des Films.

Humor gibt es dafür dieses Mal leider recht wenig. Die mutierenden Astronauten dürfen sich zwar zu klassischer Musik weiterverwandeln und grundsätzlich fast jedes Kaliber wegstecken, dass auf sie abgefeuert wird, aber der ein oder andere Lacher hätte „Dark Breed“ angesichts vieler Klischees schon gut getan. Selbst die Kulissen (Hafen, Industriegelände etc.) werden schließlich so klassisch gewählt, dass man sich als Genrefan kaum ein breites Grinsen verkneifen kann.

Nick Saxon setzt immerhin alle Hebel in Bewegung, damit er den randalierenden Besuchern so fix wie möglich habhaft werden kann, weil er dank einschlägiger Erfahrungen in seiner Vergangenheit nur zu gut weiß, was der Menschheit blühen kann, wenn die ungebetenen Besucher ihr interstellares Überraschungsei finden, das ein paar böse Überraschungen bereit hält und ebenfalls in L.A. liegt. Deshalb tut er sich nicht nur mit seinem Waffenbruder zusammen, sondern greift auch noch Ex-Vulkanierin Robin Curtis ab, die hier als Rene Russo-Verschnitt verdächtig auf „Outbreak“ macht und auch noch den selben gelben Quarantäneanzug trägt.

Zum Schluss trifft man sich dann nachts auf einem herrlich keimig-schimmeligen Gelände zum Mexican Standoff, wo ein für alle mal geklärt wird, wer der Chef auf Erden ist und diverse Infernos, blutige Shootouts sowie etwas Gekloppe ein Finale einberufen, dass angesichts der vorangegangenen Actionszenen nichts mehr toppt, aber solide in die End-Credits überleitet und ausführlich genug ausstaffiert wird, um Stuntmännern in feuerfesten und gepolsterten Anzügen Gelegenheit zu geben ihrer Arbeit nachzugehen.

Über bekannte Schwächen des Drehbuchs braucht man sich dabei, wie von P.M. Entertainment nicht anders gewohnt, nicht wirklich aufzuregen, zumal keine allzu großen Fehler begangen werden und die Geschichte sehr zweckmäßig angelegt wird, um Actionszene an Actionszene zu kitten. Ganz lustig sind allerdings die sich ständig abwechselnden Kontaktlinsen der Aliens und deren abgefahrene Stimmlage.


Fazit:
Auch „Dark Breed“ steht ganz in der Tradition von P.M. Entertainment, obwohl der B-Actioner nicht ganz an die Glanzstücke des Studios heranreicht. Die übliche Actionpalette von rasanten Verfolgungsjagden, Explosionsorgien, blutigen Shootouts und diversen Prügeleien ruft allerdings alle wichtigen Bestandteile ab und Jack Scalia agiert auch solide, obwohl er mir in „T-Force“ und „The Silencers“ besser gefällt. Ansonsten verdient sich auch dieser Film das bekannte Gütesiegel eines jeden P.M. - Films zu dieser Zeit. Nie innovativ, aber (fast) immer schwer unterhaltsam.

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