Review

„Sing mir das Lied der Rache“ ist ein ganz schön harter Vertreter des Italo-Western Genre, der aber genauso mit seiner untypischen Musik auffällt:

Nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges haben einige Südstaatenoffiziere Verbrecherbanden gegründet, die im Land für Unruhe sorgen. Die schlimmste wird von Machedo (William Berger) angeführt. Diese wird von den Nordstaaten, unter Führung von Jeff Mulligan (Sergio Ciani), gejagt. Es gelingt sogar Machedo Mulligans Fort einzunehmen. Er lässt alle Männer erschießen und foltert Mulligan und lässt ihn dann angekettet zurück. Zwei Jahre später. Machedo wütet immer noch im ganzen Land. Doch seine Taten werden von einem Unbekanntem beobachtet. Als er jedoch eine Bank überfällt, beginnt sich das Blatt zu wenden. Die Männer, die das geklaute Gold transportieren, werden getötet. Es ist Mulligan, der Rache geschworen hat. Hilfe bekommt er von einem ehemaligen Soldaten. Machedos Männer werden bei der Suche nach dem Gold auf ihn aufmerksam und bringen ihn zu ihrem Boss. Doch Mulligan kann fliehen und gemeinsam mit dem ehemaligen Soldaten plant er seine Rache...

Schon wieder haben wir hier einen Rachewestern und so bietet die Story nichts Neues. Ein Mann wird gefoltert und rächt sich dann Jahre später an seinen Peinigern. Doch dieser Western ist ein bisschen anders. Dafür sorgen die harten und ausführlichen Folterungen und der hohe Gewaltgrad. Es werden Leute mit heißen Eisenstäben malträtiert oder ein Bandit bekommt eine Mistgabel durch den Hals gebohrt. So fließt hier ordentlich Lebenssaft.
Doch die ausführlichen Folterszenen sind auch das Manko des Films. Sie nehmen ihm einfach das Tempo und ziehen sich sehr hin, dass es schon langweilig wird. Auch die Liebesszene, die wirklich sehr freizügig ist, bringt den Film nicht weiter und nimmt ihm wieder Tempo, auch wenn sie schön anzusehen ist. Dafür gefällt mir das Ende recht gut, da die Gegner nicht nur auf eine Art das zeitliche Segnen. Was mir jedoch nicht so gefallen hat, war das Stück kurz vor dem Schlussduell. Ich verstehe nämlich den Sinn davon nicht ganz, warum Machedo andauernd Mulligan sieht, obwohl er nicht da ist. Verfolgungswahn? Man weiß es nicht.

William Berger gefällt mir in diesem Film ziemlich gut, da er mal einen richtigen, sadistischen Bösewicht abgibt, der auch durch sein ungepflegtes Aussehen, so aussieht wie einer. Auch seine Gestik und Mimik passt sich seiner Rolle an.
Sein Gegenspieler Mulligan wird durch Sergio Ciani verkörpert. Auch er kann in seiner Rolle überzeugen, kommt aber nicht ganz an Berger heran. Zum Teil spielt er doch mit zu wenig Engagement und ist auch einen Tick zu harmlos für einen Rächer. Aber das gibt es alles schlimmer in vielen anderen Italo-Western, so kann man mit dem Stab doch zufrieden sein.

Jetzt kommen wir zu dem wohl Außergewöhnlichstem an diesem Film: die Musik. In diesem Film gibt es zwar auch typische Westernmusik, doch diese vermischt sich oft mit ganz langen Jazz-Passagen. Dies wird vielleicht nicht jedem Westernfan gefallen, doch so schlimm ist sie nicht. Sie passt nämlich oft gut zu den gezeigten Bildern und verleiht so den Bildern ein gewisses Flair. Es gibt jedoch auch Passagen, wo die Jazz Musik nun gar nicht passt, da hätte ich mir einen traditionellen Score gewünscht.

Die Kamera bietet hier nichts Außergewöhnliches. Schöne Kamerafahrten oder Ähnliches vermisst man hier leider. So bleibt nur einfache Standartkost. Auch wurde versucht die Leone-typischen Closeups zu verwenden, doch das sieht mehr gewollt als gekonnt aus. Dafür sind die Rückblenden nicht schlecht gemacht.

„Sing mir das Lied der Rache“ ist ein ganz passabler B-Western, bei dem es jedoch an der Story hapert, die es nun schon tausendmal gab und an den zu lang gezogenen Folterszenen. Fans des härteren Westerns können ruhig einen Blick riskieren.

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