Review


Inhalt:

China unmittelbar nachdem die manchurische Qing-Dynastie die zuvor herrschende originär chinesische Ming-Dynastie ablöste. 
Der letzte Ming-Kaiser (Lau Lap-Cho) hat auf seiner Flucht bei den Mönchen des Shaolin-Klosters Unterschlupf gefunden!

In der Hauptstadt haben die Anhänger der Ming, unter ihnen die schöne Tochter ihres Anführers, Shao Hua (Chia Ling), ihren Widerstand organisiert..., was gleichwohl schwierig ist, da die Qing einen Spion im Kloster, welches mit den Ming-Anhängern kooperiert, haben.

Nunmehr sollen die "10 Brüder der Shaolin" dafür sorgen, dass der Kaiser zu den Rebellen in die Hauptstadt überführt wird. Direkt für den Schutz des Kaisers und daher immer bei diesem, ist der KungFu-Fighter Chi Yung (Wong Tao). Die Unterstützung der anderen 9 Brüder (u.a. Phillip Ko) erfolgt under cover..., sich als normale Bürger tarnend erfolgt ihr Eingreifen immer dann, wenn es für den Kaiser und Chi gefährlich wird...

An der Spitze der Qing steht Fürst Kung Tien Ho (Chang Yi), der von einer Reihe von Kämpfern und General Tsao (Leung Kar Yan), sowie seinem eigenen Sohn (Steven Tung) unterstützt wird.

Es gelingt Chi Yung mit dem Kaiser die Stadt nach zahlreichen Kämpfern zu erreichen, doch mussten die Rebellen ihren Standort aufgeben. Shao Hua vereinbart mit den beiden, dass sie zunächst nach Norden ausweichen sollen, sich dann wieder südwärts wenden..., um dann an einem anderen Ort die Handreichung mit den Rebellen zu erzielen....!

Doch die Schlinge um die Rebellen, die 10 Brüder der Shaolin und den Kaiser zieht sich langsam zu.
Nach etlichen Scharmützeln kommt es zwischen Kung Tien Ho sowie Chi Yung und den letzten Ming-Getreuen zum letzten Kampf auf Leben und Tod..........


Fazit:

Im Jahre 1979 schuf Regisseur Ting Chung diesen kostengünstig wirkenden, doch gut durchdachten und mit kleinen Raffinessen versehenen und letztendlich noch soliden KungFu-Klopper vom damaligen Film-Fließband Hongkongs.

Ting Chung baut seinen Streifen relativ einfach auf..., es geht um den gefahrvollen Weg eines gestürzten Kaisers aus dem Kloster der Shaolin heraus, hin zu den ihm treuen Rebellen, die ihm den Thron wieder gewinnen und die manchurischen Qing vertreiben wollen.
Geschützt wird dieser gestürzte Kaiser durch einen furchtlosen Kämpfer, dargestellt von Eastern-Ikone Wong Tao. Wirklich nur von diesem alleine? Augenscheinlich...., aber es sind noch 9 andere Fighter, die alle die Ausbildung in Shaolin durchliefen, auf den Kaiser bedacht. Diese arbeiten under cover...., tarnen sich auch in ihrem Äußeren, tun so als seien sie zumeist Lasten tragende aus dem bäuerlichen Bereich. Und schlagen dann zu, wenn es für Wong Tao und den Kaiser gefährlich wird.

Dies macht es für die verfolgenden Villains schwierig, und für den Zuschauer unterhaltsam, da es zu diversen Kampf-Episoden kommt, was den Film abwechslungsreich und spannend macht.
Doch den vielen Bösen gelingt es letztendlich, den Kaiser zu stellen, die Helden somit in die Enge zu treiben und zu einem letzten Kampf zu zwingen, was denn auch den Streifen zum finalen Höhepunkt treibt.

Obgleich Ting Chung auf viele, dem Eastern-Fan bekannte Bauten, die das Shaolin-Kloster zeigen und eine gewisse Opulenz suggerieren, setzt..., so bleibt denn sein Streifen kostengünstig wirkend. Die restlichen Sets sind nüchtern..., und ansonsten open air im "Wald und Wiesen-Eastern"-Look. Das lässt sich nicht leugnen.

Wong Tao..., vielen deutschen Eastern-Anhängern als Partner des großen John Liu in Erinnerung, ist hier der Haupt-Held. Er agiert gewohnt unterkühlt, lacht nie, ist immer ernst..., und er fightet verbissen.
Sein Hauptgegner ist hier Chang Yi, der einen white-hair-villain mit durchaus nuancenreichem Spiel darstellt. In einer Szene trauert er um seinen von der Haupt-Rebellin getöteten Sohn..., außergewöhnlich hierbei eine Erinnerungssequenz die Chang Yi als jungen Vater mit dem Sohn als Kleinkind auf dem Arm zeigt, als diese beiden auf einem Pferd an einem Strand reiten. Ein Villain der um seinen Sohn trauert mit einer Erinnerunssequenz, das sieht man in einem Eastern denn doch nicht sehr oft.

Chang Yi´s Sohn wird indes von Steven Tung verkörpert..., ein sehr schlanker Typ mit dezentem... Make-up! Das wirkt feminin..., und es soll wohl auch so aussehen, als sei Steven Tung hier homosexuell. Das wird allerdings nur suggerierend angedeutet.

Chia Ling hat hier die weibliche Rolle inne..., und sie agiert als Rebellin..., die sich immer mehr gezwungen sieht, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. So muss sie auch richtig kämpfen..., Chia Ling ist somit weit mehr als nur Beiwerk und Blickfang für die männlichen Zuschauer.
Gaststars in diesem Streifen sind Genre-Haudegen Phillip Ko, der einen der "10 Brüder von Shaolin" darstellt, und Leung Kar-Yan, der den Haupt-Villain unterstützt.

Das wichtigste bei einem Eastern sind die KungFu-Fights. Diese sind in den ersten 30 Minuten nicht gerade hochklassig..., und ich muss ehrlich gestehen, dass ich bereits abschalten wollte. Doch die Fights werden nach der ersten halben Stunde immer besser und intensiver. Wong Tao darf endlich aus sich heraus... und das Duell mit Leung Kar-Yan ist durchaus ein erster Höhepunkt. 
Die Intensität der Fights nimmt zu...., in Punkto Agilität und Quantität. Und es ist auch für reichlich Abwechslung gesorgt..., KungFu, Schwertkämpfe und Fights mit Stock und Speer durchmischen die Action..., das ist natürlich ein Pluspunkt für diesen Eastern.

Leider ist die dt. Fassung cut..., und es ist ersichtlich, dass die originäre Fassung wohl noch höher zu bewerten ist.
"Die 10 siegreichen der Shaolin" ("Ten brothers of shaolin") ist kein großer Eastern..., kann mit einer aufwändigen Produktion der Shaw Brothers natürlich kaum mithalten. Doch es ist ein unterhaltsamer, guter Eastern für "zwischendurch". Dafür gibt es knappe 6/10 Punkte von mir.


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