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Nach dem Tod des Gründers geht das Familienunternehmen Zenotek an die herrsch- und streitsüchtige Tochter, gespielt von Jennifer Aniston, über, die prompt einige weniger rentable Standorte aufgeben will. Die Schließung der Chicagoer Stelle scheint ihr, trotz der zahlreichen Entlassungen, eine echte Freude zu sein, schließlich wird die von ihrem chaotischen Bruder, gespielt von T. J. Miller, geführt. Die einzige Chance, die Schließung abzuwenden, besteht darin, noch kurz vor den Weihnachtsfeiertagen einen großen Deal an Land zu ziehen. Dafür wird ein potentieller Kunde zur Weihnachtsfeier in den Büroräumen eingeladen, wo dieser so stark beeindruckt werden soll, dass die strauchelnde Firma einen Großauftrag erhält. Doch die Sause wurde nicht nur ausdrücklich von der neuen CEO verboten, die Eskalation ist quasi vorprogrammiert.

Ob „Hangover“ oder „Project X“, Komödien über das Feiern und Abstürzen erfreuen sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Wenn mit zunehmendem Alkohol- und Drogenkonsum die Hemmungen fallen und die Feier eskaliert, ist der Nährboden für anarchischen Humor, für peinliche Situationen und auch für derbe Gags unterhalb der Gürtellinie bereitet - ein einfaches, aber durchaus wirkungsvolles Konzept. Bei „Office Christmas Party“ ist der Anlass kein Junggesellenabschied oder eine aus dem Ruder laufende Schülerparty, sondern der Versuch, mit einer spaßigen Firmenfeier einen Großkunden zu gewinnen und den rettenden Auftrag an Land zu ziehen. Statt „Saufen für den Regenwald“ also „Feiern für den Arbeitsplatz“ - aber obwohl sich der Film so anarchisch gibt, ist er doch allzu konventionell und vorhersehbar.

Dass die Party eskalieren wird, weil ausreichend Alkohol und Drogen im Spiel sind, dürfte auch den Zuschauer nicht überraschen, der den Trailer nicht gesehen hat. Genauso vorhersehbar sind leider einige Gags, weil zu viele bekannte Zutaten verrührt werden. Für Kurzweil wird mit etwas Situationskomik, wildem Klamauk und ein paar witzigen Einfällen, wie etwa dem etwas anstößigen Eierlikörspender, dennoch durchaus gesorgt, am Ende sind es aber die gut aufgelegten Darsteller und die schrulligen Figuren, die den Film ins solide Mittelmaß retten. Jennifer Aniston gibt mit voller Hingabe die eiskalte Kapitalistin, Kate McKinnon mit ihrer starken Mimik die verklemmte Spaßbremse, während Jason Bateman, wie bei „Kill the Boss“, als Ruhepol im hysterischen Treiben agiert. T.J. Miller, der als netter Chaot für seine Angestellten in jede Bresche springt, sammelt dabei einige Sympathiepunkte. Überhaupt ist die Figurenkonstellation bis in die Nebenrollen vielfältig und etwas schräg - und damit das größte Plus des Films. Da die Party-Szenen trotz des stilsicher gewählten und lauten Soundtracks nicht wirklich mitreißend geworden sind und das Ende allzu schwülstig ausfällt gibt es ansonsten aber nicht allzu viele Argumente, sich die durchschnittliche Komödie anzusehen.

Fazit:
„Christmas Office Party“ ist eine weitgehend belanglose und konventionelle, aber durchaus kurzweilige Komödie über eine eskalierende Firmenparty. Nur die schrulligen Figuren und der bestens aufgelegte Cast sind das Ansehen wert.

52 %

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