Heidewitzka, was für eine Besetzungsliste: Kane Hodder, Dee Wallace, Michael Berryman, Tony Todd, Danny Trejo, Sid Haig, Bill Moseley, - mehr als ein Dutzend bekannter Gesichter in einem Horrorstreifen versprechen ein Fest zu werden. Leider ist das Vermächtnis von Gunnar Hansen in Form seines einzigen Drehbuches relativ unbrauchbar und Regisseur Harrison Smith weiß augenscheinlich auch nicht viel damit anzufangen.
In der Wüste Nevadas erhalten die Agenten Boon (Cortney Palm) und Novak (Cody Longo) den letzten Teil ihrer Ausbildung in einem Hochsicherheitsgefängnis. Dieses ist mit allerlei technischem Schnickschnack ausgestattet und dient gleichzeitig als Forschungsstätte für neuartige medizinische Methoden. Doch dann wird ein Stromausfall herbeigeführt und die Gefangenen kommen frei…
Das Konzept der Handlung gleicht einer Nummernrevue, bei der das eine oder andere bekannte Gesicht einen Kurzauftritt absolviert. So ist etwa Danny Trejo für rund vier Sekunden als Killer in einem Raum zu sehen, während Tony Todd als Farmer Anfang und Ende mit einer komplett undurchschaubaren Funktion verbindet.
Überhaupt gestaltet sich die erste Hälfte als inhaltlicher Humbug ohne roten Faden, denn hier wird von Gehirnwäsche und Transhumanismus gefaselt und dennoch wird nie verdeutlicht, was Virtual Realitiy und was real ist.
Viele Szenen stehen komplett ohne Kontext dar. So befinden sich die Agenten einmal in einem Raum mit Greenscreen und vermeintlichen Opfern, die dem Beuteschema der Inhaftierten entsprechen, - wofür das gut sein soll, wird allerdings nicht erwähnt.
Und so geht es weiter, bis irgendwann der Ausbruch anläuft und zumindest etwas Bewegung im Spiel ist. Allerdings im Halbdunkeln, denn ab hier ist die Ausleuchtung eine Katastrophe und lässt phasenweise nicht mehr viel zu erkennen übrig.
Nur einmal wundert man sich über erstaunlich gutes Make-up, als sich die mittlerweile flüchtenden Agenten in einem Raum mit den „Obdachlosen“ befinden, die sich als Kannibalen entpuppen, an deren Körpern kaum mehr ein heiles Stück Haut auszumachen ist.
Ansonsten halten sich die Gewalteinlagen eher in Grenzen. Mal gibt es einen Pflock in den Nacken, es werden Bäuche geöffnet und es gibt blutige Einschüsse. Die überwiegend handgemachten Effekte gehen okay, doch ein paar mehr hätten es letztlich doch sein dürfen.
Das Stelldichein zahlreicher Horror-Ikonen wird zu einem teils schlecht gefilmten, inhaltlichen Wirrwarr, dem es nahezu komplett an Spannung fehlt und welches sich darüber hinaus null Augenzwinkern gönnt. Ausgerechnet die beiden Hauptdarsteller entpuppen sich als hölzerne, talentfreie Mimen, aber auch Kane Hodder, der etwas mehr Screentime erhält, offenbart nicht gerade den Inbegriff nuancierter Schauspielkunst. Die insgesamt schwache Ausstattung und der uninspirierte Synthie-Score, nebst einigen Death-Metal-Einlagen geben dem Ganzen den Rest.
Knapp
3 von 10