Review

Bei Regieneulingen schimmern oftmals die Vorbilder durch, sei es bezüglich der Geschichte oder der Aufmachung. Der Australier Chris von Hoffmann wagt sich nach einigen Kurzfilmen an seinen ersten abendfüllenden Spielfilm und bedient sich fröhlich beim Texas-Kettensägenmassaker, mischt ein wenig „Mad Max“ unter und präsentiert Figuren, die auch von Rob Zombie stammen könnten.

Die raubenden und mordenden Brüder Dominic und Miles sind in der Einöde unterwegs, als Miles an der Hand angeschossen wird. Auf der Suche nach medizinischer Hilfe landen sie in einem Wüstenkaff, in dem eine Sippe mit Hang zu Menschenfleisch lebt…

Offensichtlich soll es sich um ein Endzeit-Szenario handeln, doch eine genaue Zuordnung findet zu keiner Zeit statt, da die Handlung direkt mit der Schussverletzung einsteigt und ansonsten keinerlei Hintergründe geliefert werden. Als drei Rüpel das Auto stehlen wollen, fühlt man sich direkt an „Mad Max“ erinnert: Schräge Vögel, ein ungewöhnliches Fortbewegungsmittel und alles innerhalb einer kargen Landschaft. Dennoch will bis dato rein gar keine Spannung aufkommen, zumal die Hauptfiguren alles andere als sympathisch rüberkommen, da Dominic zu skrupellos agiert, wogegen Miles der Weinerliche ist.

Bei den Kannibalen angekommen, könnte es nun endlich ein wenig rund gehen, - doch weit gefehlt. Von spannenden Konfrontationen oder gar Action ist das Treiben weit entfernt, stattdessen setzt von Hoffmann auf eine zugegeben recht ungewöhnlich arbeitende Kamera mit einer Handvoll origineller Perspektiven und einem einprägsamen, durchaus effektiven Score, der entfernt an Frühwerke von John Carpenter erinnert.
Doch handlungstechnisch wird eine Schlaftablette präsentiert.

Ein paar blutige Einlagen wie Baseballschläger auf den Kopf, Hammer auf Handfläche oder Scherbe im Hals täuschen nicht darüber hinweg, dass sich im Grunde kaum etwas ereignet. Stattdessen erklärt der Oberguru einige seiner Weltansichten, erinnert sich an die eigene Kindheit und setzt eine Frau unter Druck, die für einen der Brüder etwas zu empfinden scheint. Daraus ergeben sich hölzerne Dialoge, viel zu lang geratene Einstellungen und einen Showdown, der einen gleichgültig zurücklässt.

Dass die Erzählung keine Eigenständigkeit aufzuweisen hat, ist nicht der Knackpunkt, sondern eher die Tatsache, dass von Hoffmann mit diversen Versatzstücken rein gar nichts anzufangen weiß, außer seine Bilder in teils groteske Einzeleinstellungen zu verpacken.
Die Atmosphäre zündet kaum, das potentielle Mitfiebern wird früh im Keim erstickt und die Kannibalen wirken nicht ansatzweise so fies, wie in einigen Vorbildern des Regisseurs.
Im weitesten Sinne ein Wüstenfilm und genauso öde gibt sich das Werk letztlich.
3 von 10

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