Review

Freddy hat ganze Arbeit geleistet, denn Springwood ist inzwischen kinderfrei. Nur einen Überlebenden gibt es und der landet in einer Klinik für verhaltensauffällige Jugendliche und hat sein Gedächtnis verloren. Mit Hilfe einiger anderer Jugendlichen kehrt er nach Springwood zurück, um Freddy endgültig den Garaus zu machen und einige Geheimnisse zu lüften.

In diesem sechsten Teil verkommt Freddy Krueger endgültig zum Clown. Nichts ist mehr vorhanden von der Bedrohlichkeit, die er in den ersten Teilen verbreitete. Das finde ich aber nicht unbedingt negativ, denn so wird einige Unterhaltung geboten. Langeweile kommt an keiner Stelle auf, aber einige Passagen sind mir dann zu überzogen ins Lächerliche gezogen, wie z.B. der Knilch, der begleitet von Cartoonsounds durch die Bude hüpft und zappelt, weil er in seinem Traum von Freddy in einem Computerspiel per Joystick gesteuert wird, die Reise ins Traumland durch gewollten knock out oder solche vorhersehbaren Gags wie "Mich kriegt keiner mehr aus dem Bett" *Bett fängt Feuer* "Oh, doch".
Wirklich gelungen sind auf jeden Fall die feinen Traumwelten, wobei aber auch die reale Welt sehr surreal wirkt, wenn sich z.B. die Erwachsenen im kinderleeren Springwood sehr merkwürdig verhalten.
Bevor ichs vergesse, bei der Story kann man geteilter Meinung sein, aber mir gefällt die Idee mit dem Blick in die Kind- und Vergangenheit von Freddy und die plötzlich auftauchende Verwandte (Halloween lässt grüßen), denn zum einen lernt man das Monster Krueger von seiner menschlichen Seite kennen und zum anderen gibt es überraschende Plotwendungen.
Was mir nicht so gefällt, ist die Sache mit diesen komischen Schlangentraumdämonen, die von dem Krallenhandschuhträger Besitz ergriffen haben, aber irgendeinen Grund für seine Kräfte musste man sich nunmal ausdenken, denn schließlich war dieser Teil als Abschluss der Reihe vorgesehen, was sich inzwischen ja als Trugschluss herausgestellt hat.

Beim Bodycount hat man sich diesmal stark zurückgehalten (ich denke mal in Hinsicht auf die vermutlich junge Zielgruppe). So gibt es keine besonders blutigen Details, dafür aber ideenreiche Tötungen, wobei mein Favorit der fein ausgeklügelte Tot des Hörgerätträgers ist, der sehr comichaft ausgefallen ist.

Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt gut, wobei es eine gute Mischung von jungen Akteuren wie Breckin Meyer und alten Hasen wie Yaphet Kotto gibt. Interessanterweise haben einige bekannte Namen ein kurzes Stelldichein gegeben. So lassen sich Roseanne und Tom Arnold kurz blicken, Johnny Depp sorgt für Laune in einer knappen Fernsehsendung und Alice Cooper lässt seine böse Seite rauskehren.

Auch die Musik weiß zu gefallen, wobei ich jetzt zu faul bin, mich durch den Abspann zu arbeiten und die interessanten Stücke hier aufzulisten. Auch meine ich im Vorspann etwas von einem gewissen Herrn Brian May gelesen zu haben, wobei ich mich nicht an für den Langhaarigen von Queen typische Musikstücke erinnern könnte.

Insgesamt ist dies ein unterhaltsamer, aber stellenweise auch etwas überzogener Teil aus der Nightmare-Reihe. Zum Glück war dies nicht der Abschluss der Reihe, denn dafür wäre vor allem das knappe Finale zu unspektakulär gewesen. Die Festlegung auf eine endgültige Punktzahl fällt mir schwer, aber irgendwo hier werden sie schon auftauchen :-)

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