VORSICHT, SPOILER!
Dieser eigentlich letzte NIGHTMARE-Film ist ein trauriges Beispiel dafür, was mit Kultfiguren passieren kann: War Freddy im ersten Teil noch ein böser Kindermörder, ist er in diesem Teil nun endgültig zum lustigen Clown mutiert, der nur noch zum Zeitvertreib mordet. Schon bei den letzten beiden Teilen der Alptraum-Saga zeigte sich Freddy öfter als sprücheklopfender Possen-Reisser, aber hier wird es übelst auf die Spitze getrieben. Morde, die vor Schabernack nur so triefen, dumm-bescheuerte Sprüche von Freddy und Freddys Maske, die inzwischen eher wie ein geschmolzenes Gummihuhn als wie ein verbranntes Gesicht aussieht, lassen einen mehr als nur einmal den Kopf schütteln.
Die seit Teil 3 stetig zunehmenden Comic-Effekte sind diesmal besonders albern (Freddy jagt einen Jungen in einem Videospiel!). Man kann zwar darüber schon schmunzeln, aber wenn man bedenkt, wie düster die NIGHTMARE-Reihe einst begonnen hat, muss man sich schon fragen, was die Produzenten im Laufe der Jahre geritten hat. Die Komik schien ja beim Publikum anzukommen, doch dieses übertriebene Gehampel ist doch zuviel des Guten. Eine Parodie auf Freddy Krueger würde wohl wenig anders aussehen.
Was man dem Film aber zu Gute halten muss, ist, dass der Zuschauer einiges über Freddys Vergangenheit erfährt. Man sieht, was er verbrochen hat, als er noch ein richtiger Mensch war. Wir erfahren, dass er eine Tochter hatte. Wohl eine Folge von Ideen-Mangel, denn merkwürdig, dass dies vorher nie erwähnt wurde (scheint ja doch recht wichtig zu sein).
Die Darsteller sind so lala. Breckin Meyer (GARFIELD) spielt hier in einem seiner ersten Filme, das macht er schon ganz gut. Robert Englund als Krueger kann man ebenso keinen Vorwurf machen, da das Script es wohl leider so erforderte, dass er so herumkaspert. Jedenfalls sieht man ihm den Spaß an der Rolle immer noch an. Der Rest vom Fest fällt unter die Kategorie nicht schlimm, aber auch nicht gut. Aber die Besetzung von Freddys Tochter ist in diesem Fall mehr als ärgerlich. Da hätte ich mir schon eine etwas talentiertere und vor allem charismatischere Darstellerin gewünscht.
Auch beknackt: Das "Finale". Das wird Freddy Krueger in keinster Weise gerecht. Ein wenig Herumgekloppe und das war´s? Einfach einen Sprengkörper in Freddy rammen und schwupp, ist er tot? Ich kam mir schon irgendwie veräppelt vor, als gleich darauf alle Überlebenden sich lachend um den Hals fallen und ein simples "Freddy ist tot!" fällt. Fertig. Abspann. Hallo? Wie albern ist das denn? Absolute Frechheit.
Fazit: Schon irgendwie unterhaltsam, aber im Hinblick auf den ursprünglich düsteren Killer Freddy Krueger irgendwie enttäuschend. Für einen letzten Teil, für ein großes Finale einer einst so gefeierten Kultfigur ist das einfach zu doof und zu unspektakulär. NIGHTMARE-Erfinder Wes Craven wird sich darüber unter Garantie mehr als geärgert haben.