Was sich in Teil drei bereits andeutete und in den zwei sich anschließenden Filmen der Reihe konsequent fortgesetzt wurde, hat in „Freddy’s Finale“ seinen Höhepunkt gefunden: Der einst wortkarge Traumkiller Freddy Krueger hat auch den letzten Anflug von Schrecken eingebüßt, den er ehemals noch im Übermaß besessen hatte, und ist nunmehr in der Riege der Komiker angekommen. Ein Wandel, den ich, wie in meinen anderen „Nightmare“-Kritiken bereits zur Genüge angemerkt, mit Bedauern zur Kenntnis genommen habe, auch wenn dabei noch immer solide Unterhaltung heraussprang.
Und wie sieht’s mit Teil sechs, dem komischsten aller Freddys, aus? Nicht anders.
In Rachel Talalays nur wenig mehr als 80 Minuten langem Film (ohne Abspann) gibt sich der Sadist zwar alberner denn je, doch beim Kreieren der Alptraumszenarien haben die Drehbuchautoren eine so nicht mehr unbedingt zu erwartende Kreativität an den Tag und wieder mehr Wert auf Atmosphäre, tüchtig angereichert mit Surrealismus, gelegt, die vor allem in den Teilen vier und fünf teilweise durch einen knackebunten Comicstil ersetzt wurde. Tatsächlich bietet dieser Film einige der einprägsamsten Traummomente der kompletten Reihe (wenn eins von Freddys Opfern zur Videospielfigur mutiert, ein anderes Probleme mit seinem Hörgerät bekommt oder noch ein anderes in den beeindruckendsten Szenen des Films mitsamt Haus, gleich einem Fallschirmspringer ohne Fallschirm, ständig aus luftiger Höhe in die Tiefe stürzt), dazu eine überschaubare Anzahl an Charakteren, die natürlich farblos wie praktisch alle anderen Teenager innerhalb der Serie bleiben, aber uns immerhin nicht andauernd mit nervtötenden Dialogen kommen, wie sie in den vorangegangenen Teilen zuhauf gesprochen wurden.
Stattdessen werden der abermals dünnen Story, die sich - auch das überrascht wohl keinen - von Traum zu Traum hangelt, einige Zusatzinfos über Freddys Vergangenheit als (noch unentstellten, aber bereits eine Vorliebe für das Konstruieren von Messerhandschuhen entwickelt habenden) Familienvater hinzugefügt, womit die Autoren ziemlich gut fahren, genauso wie die Idee, die Identität des Freddy-Kindes dem Publikum möglichst lange vorzuenthalten und die Hauptfigur unseres Stücks erst lang und breit über den Bildschirm stolpern zu lassen, um sie dann mitten im Film einfach so zu killen, nicht die schlechteste ist. Das Finale hätte indes gern ein wenig spektakulärer sein können, fällt aber auch nicht weiter negativ auf. Gnädigerweise endet „Nightmare 6“ auch unmittelbar nach der Vernichtung des Unholds und präsentiert uns nicht noch einen dieser abgeschmackten Schlußgags, auf die man bis dahin in jedem Teil nicht verzichten wollte. Dafür gibt’s zum Abspann sozusagen als Ersatz eine Best-of-Parade der „schönsten“ Freddy-Morde.
Von den Effekten her kann sich das auch anno 2007 noch sehen lassen. Es gibt Brutaleres innerhalb der Reihe (mein Favorit in der Hinsicht immer noch Tinas Ableben aus dem Original), das ist klar, mitunter suppt es jedoch ganz ordentlich und wie eh und je einfallsreich, da kann man nicht meckern. Daß die Gewalt aufgrund des nicht mehr unheimlichen Untertons (man könnte diesen Freddy glatt als Horrorkomödie bezeichnen) nicht mehr schockt (selbst die Genreanfänger nicht), darf man ebenfalls als gegeben voraussetzen.
In der siebenteiligen Horrorserie („Freddy’s New Nightmare“ inklusive, „Freddy vs. Jason“ außen vor gelassen) belegt der sechste Alptraum den Mittelplatz. Selbstverständlich kein Glanzstück, doch für einen kurz-knackigen Popcorn-Abend mit Freunden allemal zu gebrauchen. 7/10.