Die benachbarten New Yorker Stadtteile Little Italy und China Town werden von der Mafia respektive den Triaden beherrscht, die sich gegenseitig nicht allzu gut riechen können, aber immerhin versuchen, einigermaßen friedlich nebeneinander zu koexistieren. Als der junge Italiener Tony und die gleichaltrige Chinesin Tyan miteinander anbändeln, wird das von ihren älteren Geschwistern gar nicht gerne gesehen. Die Konflikte schaukeln sich gegenseitig hoch und beim Versuch, der Teenager-Romanze einen Riegel vorzuschieben, kommt es schon bald zu erstem Blutvergießen... Die ins New York der Jetzt-Zeit (beziehungsweise halt ins Entstehungs-Jahr 1987) und vor einen Mafia- und Gangsterfilm-Hintergrund verlegte Variante von "Romeo & Julia" ist handwerklich sicherlich fitter als Abel Ferraras frühe Underground-Streifen und profitiert vom Lokal-Kolorit und der gut eingefangenen Atmosphäre des Settings, schafft es allerdings nur mäßig, den Zuschauer so wirklich für sich einzunehmen, weil die Love-Story, die eigentlich der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Angelegenheit sein müsste, zwischen den vielen Prügeleien und Schiessereien eher nur lästige Makulatur ist. Irgendwie hat man den Eindruck, dass der Regisseur selbst mit der Geschichte nicht so wirklich viel anzufangen wusste und sich mehr für das ganze Gangster- und Bandenkriegs-Gedöns interessiert hat... in dem Bereich konnte er sich ja ein paar Jahre später in seinem "King of New York" so richtig austoben. In der vorliegenden Form ist "Krieg in China Town", auch dank einiger unpassender schauspielerischer Entgleisungen und übertriebener Momente zum Ende hin, permanent leider nur so knapp vor gut. Dass einen selbst das tragische Ende nicht so wirklich berührt (hey, kein Spoiler bei DER Vorlage!) sagt da ja eigentlich alles..
6/10