Review

iHaveCNit: Rogue One – A Star Wars
Story (2016)


Kinofilm Nr. 70 inmeinen Filmjahr 2016 mit dem 41. Kinoticket ist nun „Rogue One –A Star Wars Story“. Im mannigfaltigen Star-Wars-Universum gibt es unzählig viele Geschichten neben der hauptsächlichen Saga um Luke,Vader, Han Solo, Leia Organa und Co. Disney hat das auch erkannt undliefert uns nun mit „Rogue One“ den ersten Film außerhalb derklassischen Star-Wars-Saga. Verpflichtet wurde der Regisseur des2014-er-Godzillas, Gareth Edwards. Die Handlung des Films ist direktvor Episode 4 – Eine neue Hoffung bzw. Krieg der Sterne aus demJahre 1977 angesiedelt und erzählt die riskante Mission weniger Rebellen, die die Pläne des Todessterns beschafft haben.

Aus Respekt vorden Leuten, die den Film noch nicht gesehen haben, erfolgt Weiterlesen auf eigene Gefahr. Da ich für meine Review auch auf essentiell wichtige Handlungspunkte eingehen muss, ist das folgende in Spoilertags gesetzt – oder scrollt einfach weiter auf das dicke fette Fazit.

Schlüsselfigurdes Films ist Jyn Erso, eine Kriminelle, deren Vater, Galen Erso fürdas Imperium und seinem Bekannten aus früheren Tagen, Orson Krennic geholfen hat, den Todesstern zu entwickeln. Durch die Familienbande erhält Jyn Erso den Auftrag eben Kontakt mit ihrem Vater aufzunehmen, um an die Pläne heranzukommen. Begleitschutz bekommt sie unter anderem vom Rebellen Cassian Andor und seinem umprogrammierten imperialen Droiden K-2SO. Durch Zufall schließen sich dann auch noch der imperiale Pilot Bodhi Rook und der blinde Kämpfer Chirrut Imwe und sein Begleiter Baze Malbus an.

Wer mich kennt, weiß, dass handgemachte Action, eine simple Grundidee und einernster, erwachsener und düsterer Ton für mich sehr wichtig sind.
Die simple Grundidee hier – der Diebstahl – wird eingebettet in ein klassisches Weltraummärchen, das sich hier an grundlegenden Strukturen eines Kriegs- und eines Heistfilms orientiert und perfekt kombiniert. Der Film kommt auch „fast“ ohne Lichtschwerter aus, was erfrischend ist und die Frage aufwirft – Kann ein Star-Wars-Film ohne Lichtschwerter auskommen ? Ja, kann er ! Wie es für Heistmovies üblich ist, vergeht in der Handlungsentwicklung Zeit, sich von Station zu Station zu hangeln, das Team zu formen bis hin zur letztendlichen Ausführung des Diebstahls. Dabei erhalten wir gekonnt erst die notwendige Exposition, wenn wir bereits am direkten Handlungsort sind und somit nicht alles bereits vorher minutiös genau durchgeplant wird. Die 3 großen Actionszenen auf Jhedda, Eadu und Scarrif sind absolut geil und wirklich gut umgesetzt. Man spürt förmlich den tobenden Krieg und eine sich abzeichnende Dominanz des Imperiums und die Angst, Hoffnungslosigkeit und den Druck der Rebellion, weil die Zeit gegen sie arbeitet. Star Wars hatte seit eh und jeh immer den Hang dazu, erinnerungswürdige Charaktere zu kreieren, die absoluten Kultstatus erlangt haben. Einen Film nun daran zu messen, wie gut man sich an seine Charaktere erinnert und ob diese Kultstatus erlangen, finde ich ein wenig ungerecht. Es ist mehr Fan-Service dahinter und in meinen Augen auch nur als Goodie On-Top zu werten. Was nützen einem jedoch Charaktere, die einfach nur da sind, weil sie da sein müssen, anstatt mit einem Mehrwert für den Plot zu glänzen ? Gar nichts. Daher finde ich, dass die vielleicht in Sachen Kultstatus und Erinnerungswürdigkeit etwas ungesegneten Charaktere aus Rogue One doch vor allem mit ihrem Dienst für den Plot und ggf. etwas auflockernden One-Linern dem Film mehr geben als Charaktere, die einfach nur da sind, um einen Kultstatus zu generieren. Wir bekommen nur die notwendigste Form der Backstory und Motivationen für die einzelnen Charakter an die Hand.
Jeder bekommt mehr oder weniger auch seine eigenen Momente spendiert, was ich absolut großartig finde. Felicity Jones als Hauptfigur Jyn Erso ist perfekt besetzt, genauso wie der restliche Teil des Packs aus Diego Luno, Riz Ahmed, Donnie Yen, Jiang Wen und Alan Tudyk, der dem Droiden K2-SO einen tollen, sarkastisch, trockenen Humor gibt, der die Situationen treffend kommentiert. Dazu noch einen sehr tollen Ben Mendelsohn als absolut glaubwürdigen, von Ehrgeiz zerfressenden imperialen Karrieristen als Hauptantagonisten. Mads Mikkelsen gefällt mir sowieso, da macht sein Galen Erso auch keine Ausnahme. Forest Whitaker als Saw Gerrera ist ein toller, verschrobener, degenerierter Rebell geworden. Als bestes Goodie bekommen wir hier auch die besten Darth-Vader-Szenen überhaupt spendiert, der in seiner kurzen, aber einprägsamen Screen-Time das volle Skillset auspackt und die Frage in den Raum stellt: Hätte der Film mehr Darth Vader gebraucht ?
Vielleicht, dass muss jeder für sich selbst beurteilen. 2 weitere Goodies sind hier die per CGI eingebrachten Charaktere Moff Tarkin und auch Leia Organa zum Schluss, um die Kontinuität zu Episode 4 zu unterstützen. Doch beide Charaktere wirken mit der einer längeren Verweildauer auf dem Gesicht doch etwas zu arg animiert und künstlich, so dass weniger definitiv mehr gewesen wäre. Zum Schluss bekommen wir auf Scarrif wohl mit dem Kriegsszenario auf dem Boden, der Weltraumschlacht und dem Heist eine der wohl großartigsten Actionsequenzen des Jahres spendiert, in dem alles zusammenkommt und der Film die wohl krasseste Konsequenz für unsere Protagonisten liefert, die er liefern kann. Der Film hat definitiv damit richtig dicke Eier aus Stahl bewiesen ! Michael Giacchinos Score hatte nicht nur den Hauch von John Williams, sondern auch ein wenig seiner Arbeit zu den Mission-Impossible-Filmen gehabt, da Rogue One wie auch Mission Impossible krasse Spionage und Datendiebstähle in Hochsicherheitseinrichtungen zum Thema hat, was wie ich finde, wirklich gut gepasst.

FAZIT:
Genug von den leicht spoilerhaften Kritikpunkten. Auch wenn jeder, der den 1977er gesehen hat, weiß, dass die Rebellion in den Besitz der Todessternpläne kommt, ist trotz aller Vorhersehbarkeit ein toller, im Endergebnis runder, konsequenter, actionreicher und unterhaltsamer Film raus gekommen, der für mich sogar das Potential hat, mein Film des Jahres 2016 zu werden. Aufgrund des ernsten, düsteren, rauen und erwachsenen Ton des Films ist „Rogue One“ schon jetzt mein Lieblings-Star-Wars-Film geworden.

Rogue One – A Star Wars Story“
- My First Look – 10/10 Punkte.

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